Hirscher will noch mehr Speed fahren

29. Februar 2016, 16:32
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ÖSV-Läufer kommt allmählich auf den Geschmack – Gesamt-Punkterekord fast unausweichlich, 170 Zähler fehlen noch

Hinterstoder – Marcel Hirscher hat nach seinem insgesamt dritten Podestplatz im Super-G Blut geleckt. Der überragende Techniker, der am Samstag in Hinterstoder Dritter war, will in Zukunft noch mehr Speed-Rennen fahren. "Es gibt noch so viele Herausforderungen", sagte Hirscher, der am Mittwoch seinen 27. Geburtstag feiert. In Sachen Gesamtweltcup steuert der Salzburger auf einen persönlichen Rekord zu.

"Es wäre das Verrückteste, einen Super-G und eine Abfahrt zu gewinnen", hatte Hirscher Ende Oktober vor dem Weltcup-Auftakt in Sölden gesagt. Das erste Ziel konnte er bereits am 5. Dezember abhaken, als er in Beaver Creek als Erster abschwang und nicht mehr eingeholt wurde. Am Samstag war er hinter dem Norweger Aleksander Aamodt Kilde und dem überraschenden Zweiten Bostjan Kline aus Slowenien beim Heimrennen in Hinterstoder Dritter. Zudem war er 2012 beim Weltcup-Finale in Schladming im Super-G auf den dritten Platz gefahren.

Selbstbewusstsein

"Dass ich's kann im Super-G, das habe ich mit zwei Podestplätzen und einem Sieg gezeigt, glaube ich. Vor allem bei dem geringen Aufwand, den ich dafür aufwenden kann", sagte Hirscher, der sich vor seinen Speed-Exkursionen immer betont zurückhaltend geäußert hat. In Oberösterreich klang das weitaus selbstbewusster: "Ich würde nicht sagen, dass ich das meiste Talent für die Disziplin mitbringe, aber sicherlich nicht weniger als für andere Disziplinen."

Die größte nervliche Anspannung verursache die Besichtigung in der Früh. "Wenn man dann so merkt, wie man nervös wird, und man es nicht einschätzen kann, wie alles zum Fahren geht. Das ist das Schlimmste", erläuterte Hirscher. Darum sei der Faktor Routine in den Speed-Disziplinen so immens wichtig.

In Zukunft möchte er sich auch auf ausgewählten Abfahrtsstrecken hinunterstürzen. In der kommenden Saison sollte das Thema jedoch nicht akut werden, wobei sich Hirscher nicht definitiv festlegen wollte. "Ich bin im Hier und Jetzt. Ich möchte jetzt die Saison fertigfahren und mir dann generell Gedanken machen", meinte der Noch-26-Jährige. Herausforderungen gebe es noch genug. Olympisches Gold wäre zum Beispiel eine solche – mit oder ohne fünftem Gesamtweltcup-Sieg. "Da wird mir sicher nicht fad."

"Fix ist gar nichts"

Für heuer hat Hirscher das Kapitel Speed allerdings erledigt – wenngleich er sich auch da eine kleine Hintertüre offen lässt. "Ich werde niemals Möglichkeiten im Vorfeld komplett ausschließen. Fix ist gar nichts. Wenn ich jetzt dreimal einen Nuller mache, was nicht passiert, dann fliege ich nach Kvitfjell, weil dann habe ich eh keine Belastung gehabt", erklärte er. "Es gibt immer einen Worst Case, wo man dann die Pläne über Bord werfen muss." In Kvitfjell könnte er einen weiteren Super-G bestreiten.

Über seine Geburtstagspläne wollte sich Hirscher nicht äußern. "Da bin ich arm. Ich habe praktisch nie meinen Geburtstag gefeiert, weil immer Rennen sind." Am Donnerstag reist der Ski-Nomade weiter nach Kranjska Gora, wo er am Wochenende zwei Riesentorläufe (Freitag und Samstag) sowie einen Slalom (Sonntag) bestreitet. Hirscher könnte dort seine fünfte große Kugel endgültig perfekt machen. Hält er in Slowenien seinen Vorsprung von derzeit 283 Punkten auf Henrik Kristoffersen, ist ihm das Kristall beim Finale in St. Moritz selbst rechnerisch nicht mehr zu nehmen.

Punkterekord in Sichtweite

In der vergangenen Woche gab es gleich vier verfrühte Geschenke: Beim City-Event in Stockholm seinen sechsten Sieg in diesem Winter, zusätzlich in Hinterstoder die Podestplätze 13 bis 15. Hirscher fehlen damit nur noch drei Stockerplätze, um seine Bestmarke aus der Saison 2012/13 zu toppen. Punktemäßig scheint ein neuer Rekord ohnehin mehr als realistisch: Mit derzeit 1.365 Zählern gehen nur noch 170 auf seinen bisherigen Highscore aus derselben Saison ab (1.535). (APA, 29.2.2016)


  • Marcel Hirscher: "Es gibt noch so viele Herausforderungen".
    foto: apa/gindl

    Marcel Hirscher: "Es gibt noch so viele Herausforderungen".

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