Bildgebung: Macht bei Diagnose

29. Februar 2016, 14:08
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Sehen, was los ist – mit radiologisch-nuklearmedizinischen, bildgebenden Verfahren bekommen Ärzte besseren Einblick in die Entwicklung von Tumoren

Eine Zusammenarbeit zwischen Radiologie und Nuklearmedizin führt durch Hybridbildgebung zu genauerer und schnellerer Diagnostik bei onkologischen, neurologischen und kardiologischen Leiden. Der Zugang zu High-Tech-Kombinationsgeräten ist in Österreich gesichert, hieß es im Vorfeld des Europäischen Radiologenkongress (ECR/2. bis 6. März) im Austria Center Vienna.

Die Hybridbildgebung hätte nicht nur die Krebstherapie, sondern auch die Behandlung von neurologischen und kardiologischen Erkrankungen verändert. Sie verbindet die Vorteile von Radiologie – also der Tumorvermessung durch Röntgen-Schnittbilder – und nuklearmedizinisch-molekulare Methoden. Bei der Positronen-Emissions-Tomografie bekommt der Patient kurzfristig strahlende Substanzen injiziert, welche die Stoffwechselvorgänge in Geweben und Organen abbilden.

Zwei Welten vereint

"Diese Kombination gibt entscheidend mehr Aufschlüsse in der Diagnostik, denn nicht alle Erkrankungen auf den oben genannten Gebieten zeigen eine Veränderung der Anatomie, wie sie vor allem durch rein radiologische Verfahren sichtbar gemacht werden können.

Durch den Einsatz von Hybridbildgebungsgeräten, die sowohl radiologische als auch nuklearmedizinische Messungen kurz hintereinander oder sogar gleichzeitig durchführen, wird wertvolle Zeit gespart, die Diagnose fällt genauer aus, und die Behandlung kann daher noch effizienter erfolgen", sagte Thomas Beyer, von der Abteilung für Biomedical Physics und Biomedical Engineering im AKH Wien (MedUni Wien).

Außerdem sei die Genauigkeit der Hybridbildgebung zur Detektion und Beschreibung von Tumoren im Durchschnitt um zehn bis 15 Prozent höher als bei herkömmlichen Verfahren. Bei bestimmten Tumoren liegt der Zuwachs an Genauigkeit bei der Diagnose mittels PET/CT noch höher, um mehr als 50 Prozent gegenüber herkömmlichen Diagnosemethoden, und beeinflusst somit die Therapieplanung wesentlich.

Versorgung gut, Kostenerstattung nicht

Mittlerweile gibt es Kombinationsgeräte für die nuklearmedizinische Positronen-Emissions-Tomografie mit einem Computertomografen (Schnittbildröntgen) genauso wie mit Magnetresonanztomografie (MR). "Österreich ist mit zwei PET/CT-Systemen pro einer Million Einwohner im mittleren bis oberen Verfügungs-Durchschnitt der EU", sagte Beyer. Besonders bei der medizinischen Versorgung – innerhalb von maximal zwei Stunden Fahrzeit hat jeder Patient in Österreich Zugang zu einem Hybridbildgebungsgerät – punktet Österreich. Bei der Kostenerstattung dieser wichtigen Untersuchungsmethode sei Österreich jedoch leider gemeinsam mit Deutschland Schlusslicht in Europa. An dem Kongress nehmen rund 20.000 Spezialisten teil. (APA, 29.2.2016)

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