Raspberry Pi 3 vorgestellt: Deutlich bessere Hardware, gleicher Preis

29. Februar 2016, 09:31
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Neue Generation des Minirechners erstmals mit 64-Bit-Prozessor, WLAN und Bluetooth

Erst vor wenigen Tagen drangen die ersten Gerüchte durch, nun wird es offiziell: Mit dem Raspberry Pi 3 gibt es ein neue Generation des beliebten Minirechners. Und diese bringt ein signifikantes Hardwareupgrade mit sich.

SoC

So läuft im Kern nun erstmals ein 64-Bit-Prozessor. Einmal mehr von Broadcom geliefert, handelt es sich beim BCM2837 um einen ARMv8-Chip, dessen vier Kerne (Cortex A53) mit maximal 1,2 GHz getaktet werden können. Die resultierende Performance soll 50 bis 60 Prozent höher liegen als beim Pi 2, im Vergleich zur ersten Hardwaregeneration des Minirechners ergebe sich gar eine Beschleunigung um den Faktor zehn, versprechen die Entwickler. Der Arbeitsspeicher verbleibt bei 1 GB.

WLAN und Bluetooth

Doch der Pi 3 kann mit noch einem weiteren wichtigen Update aufwarten: Erstmals sind nämlich WLAN (802.11n) und Bluetooth (4.1 samt Bluetooth Low Energy) direkt mit an Bord, dafür sorgt der BCM43143. Bisher musste diese Funktionalität nachgerüstet werden, wodurch aber einer der USB-Ports des Pi belegt wurde. Dies hat auch eine kleine Änderung am Platinen-Layout zur Folge: Die LEDs wurden an eine andere Position gesetzt, um Platz für die Antenne zu machen.

rs components

Grafik

Als Grafikeinheit kommt einmal mehr der Videocore IV 3D zum Einsatz, die Entwickler betonen, dass dieser derzeit die einzige brauchbare Wahl sei, um einen freien Grafiktreiber zu ermöglichen. Allerdings wird die GPU mit 400 MHz beziehungsweise 300 MHz für den 3-D-Kern nun höher getaktet als bei den Vorgängern (250 MHz).

Kompatibel

Bei all dem behält der Pi 3 volle Kompatibilität mit seinen Vorgängern. Einmal mehr könnte für Pi-Nutzer aber ein neues Netzteil anstehen: So empfiehlt man nun eines, das zumindest 2,5 Ampere liefert, beim Vorgänger haben noch 1,8 Ampere ausgereicht.

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Anpassungen

Vom Pi Zero übernimmt man eine Änderung am Micro-SD-Slot, damit entsprechende Karten nicht mehr so einfach unabsichtlich ausgeworfen werden können wie bei früheren Hardwaregenerationen. Zum Entfernen muss die Karte also nun herausgezogen werden, bisher reichte es dagegen zu drücken, um sie auszuwerfen.

Kauf

Der Raspberry Pi 3 ist ab sofort bei den gewohnten Händlern wie Element14 und RS Components erhältlich. Der Preis ist im Vergleich zum Vorgängermodell gleich geblieben, liegt also bei 35 Dollar, wobei die Europreise bei den einzelnen Händlern leicht variieren.

Erfolgsgeschichte

Laut den offiziellen Zahlen der Pi Foundation wurden bisher mehr als acht Millionen Stück des Minirechners verkauft, drei Millionen davon entfallen dabei alleine auf den vor rund einem Jahr vorgestellten Pi 2. Der Rechner erfreut sich vor allem bei Bastlern, aber auch im Bildungsbereich zum Experimentieren großer Beliebtheit. (Andreas Proschofsky 29.2.2016)

  • Der Raspberry Pi 3.
    foto: raspberry pi foundation

    Der Raspberry Pi 3.

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