VW-"Dieselgate": US-Anwalt will auch Anleger vertreten

28. Februar 2016, 13:24
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Bekannter Anwalt Michael Hausfeld vertritt nicht nur Autokäufer, sondern auch Anleger und Umwelt-NGOs

Wolfsburg – In der Abgasaffäre bei Volkswagen prüft der bekannte US-Anwalt Michael Hausfeld auch Sammelklagen auf Schadenersatz von Anlegern und Umweltorganisationen. An seine Kanzlei seien auch VW-Aktionäre und Umweltverbände herangetreten, sagte Hausfeld der "Welt am Sonntag". "Millionen Fahrzeuge mit überhöhten Abgaswerten stellen eine ernsthafte Gefahr für die Gesundheit dar."

Vor einigen Tagen war bekannt geworden, dass Hausfeld nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland für betroffene Autofahrer Schadenersatz erwirken will. Der Anwalt geht in den USA bereits gegen VW vor und hat seit kurzem auch ein Büro in Berlin.

Webseite für VW-Kunden

Er kündigte eine Webseite für deutsche VW-Kunden an, auf der Betroffene ihre Ansprüche geltend machen und an einen Rechtsdienstleister abtreten können. Sammelklagen, wie sie in den USA üblich sind, gibt es im deutschen und auch im österreichischen Rechtssystem nicht.

Hausfeld hofft laut "Welt am Sonntag", dass es VW nicht zum Prozess kommen lassen wird und stattdessen einen Vergleich anstrebt. "VW weiß: Je schneller man eine solche Krise bereinigt, desto besser", sagte der Anwalt der Zeitung. Nur so könne der Konzern "die Glaubwürdigkeit seiner Marke und das Vertrauen der Kunden wieder herstellen".

Der Präsident der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, Ulrich Hocker, riet VW-Aktionären in der "Welt am Sonntag", sie sollten zunächst abwarten, zu welchem Ergebnis die deutsche Finanzaufsicht Bafin kommt. Sie prüft derzeit, ob VW seine Anleger zu spät über mögliche Risiken als Folge der Manipulationen von Abgaswerten informiert hat.

Der deutsche Autobauer hatte im September zugeben müssen, dass weltweit bei rund elf Millionen Dieselfahrzeugen mehrerer Marken eine Manipulationssoftware eingesetzt wurde, die den Stickoxidausstoß im Testbetrieb zu niedrig auswies. Besonders in den USA drohen dem Konzern hohe Strafzahlungen und Schadenersatzforderungen. In Österreich hat ein österreichischer Anwalt bereits einen VW-Händler verklagt. (APA, 28.2.2016)

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