Erdogan will Gerichtsentscheid für Reporter nicht akzeptieren

28. Februar 2016, 13:02
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Türkischer Präsident empört über Freilassung von "Cumhuriyet"-Journalisten

Ankara – Nach der Freilassung von zwei Journalisten der regierungskritischen Zeitung "Cumhuriyet" aus der Untersuchungshaft hat der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan die Entscheidung des Verfassungsgerichts scharf kritisiert. Er habe weder Respekt vor der Entscheidung, noch akzeptiere er sie, sagte Erdogan am Sonntag am Istanbuler Flughafen Atatürk vor einer Reise nach Afrika.

Der Chefredakteur der "Cumhuriyet", Can Dündar, und der Hauptstadtkorrespondent der Zeitung, Erdem Gül, waren am Freitag nach dreimonatiger Untersuchungshaft entlassen worden. Zuvor hatte das Verfassungsgericht entschieden, dass ihr Recht auf Meinungsfreiheit und ihre Persönlichkeitsrechte verletzt wurden. Das Verfahren unter anderem wegen Spionage und Geheimnisverrats wird aber fortgesetzt. Hintergrund ist ein Artikel der beiden über angebliche Waffenlieferungen der Türkei an Extremisten in Syrien.

Erdogan sagte, seiner Meinung nach könne es keine grenzenlose Pressefreiheit geben. Die Veröffentlichungen der Journalisten hätten nichts mit Meinungs- und Pressefreiheit zu tun. Vielmehr handle es sich um "Spionage". Der Prozess soll am 25. März beginnen. Dündar und Gül droht lebenslange Haft. (APA/dpa, 28.2.2016)

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