Chinesen greifen nach deutschem Apple-Zulieferer Manz

28. Februar 2016, 11:57
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Maschinenbauer Shanghai Electric will sich via Kapitalerhöhung mindestens 29,9 Prozent an kriselndem Unternehmen sichern

Frankfurt/Shanghai – Der chinesische Maschinenbauer Shanghai Electric steigt beim deutschen Apple-Zulieferer Manz ein. Die Chinesen wollen sich im Zuge einer Kapitalerhöhung mindestens 29,9 Prozent an dem kriselnden Unternehmen sichern, wie Manz am Sonntag in einer Pflichtmitteilung an die Börse bekanntgab.

Wahrscheinlich ist aber, dass sie in den kommenden Monaten die Schwelle von 30 Prozent überschreiten werden, wodurch sie zur Abgabe eines Übernahmeofferte verpflichtet werden. An der Börse ist Manz derzeit gut 200 Mio. Euro wert.

Wegen Auftragsverschiebungen vor allem in China schrieb Manz im vergangenen Jahr rote Zahlen, beinahe jede zehnte Stelle wird gestrichen. Haupteinnahmequellen des Unternehmens sind Anlagen zur Produktion von Displays für Tablet-PCs, Smartphones und Notebooks. Große Hoffnungen setzt Manz auf das noch junge Batteriegeschäft, in dem der Spezialmaschinenbauer von der steigenden Nachfrage nach Elektroautos profitieren will. Auch im Solargeschäft ist Manz tätig, schreibt in dem Bereich aber rote Zahlen. Am Sonntag erklärte das Unternehmen, am Geschäft mit Dünnschicht-Solarmodulen (CIGS) festzuhalten.

Um den Einstieg von Shanghai Electric zu ermöglichen, will Manz das Kapital um 43 Prozent erhöhen. Der Bezugspreis soll in der Nähe des aktuellen Aktienkurses liegen, aber höchstens 40 Euro betragen. Am Freitag ging die Manz-Aktie bei 37,35 Euro aus dem Handel – vor einem Jahr hatte sie noch mehr als 70 Euro gekostet. Vorstandschef Dieter Manz, der 35,2 Prozent an dem von ihm gegründeten Unternehmen hält, will bei der Kapitalerhöhung nicht mitziehen. Shanghai Electric hat sich verpflichtet, Aktien zum Bezugspreis zu übernehmen, die von Dieter Manz und anderen bisherigen Aktionären nicht gezeichnet werden.

Der Unternehmensgründer und Shanghai Electric planen zudem eine Stimmbindungsvereinbarung, die beide Partner verpflichtet ihre Stimmrechte bei bestimmten Fragen auf der Hauptversammlung gemeinsam auszuüben. Spätestens beim Abschluss der Vereinbarung würde Shanghai Electric die Schwelle von 30 Prozent überschreiten, die ein Pflichtoffert auslöst, da dem Unternehmen dann die Anteile von Dieter Manz zugerechnet würden. Sollten sich die Partner nicht auf die Vereinbarung einigen können, kann Shanghai Electric verlangen, dass Dieter Manz Aktien veräußert, um den Chinesen einen Anteil von 29,9 Prozent zu sichern.

Dieter Manz werde auch in Zukunft eine maßgebliche Beteiligung an dem Maschinenbauer halten, erklärten die Deutschen weiter. Er sei zudem turnusmäßig vom Aufsichtsrat für eine Amtszeit von weiteren fünf Jahren zum Vorstandschef bestellt worden. Der Einstieg von Shanghai Electric steht unter anderem unter der Vorbehalt verschiedener behördlicher Genehmigungen in China. (APA/Reuters, 28.2.2016)

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