Cube iWork 11 im Test: Ein 300-Euro-Convertible zeigt den Trend

27. Februar 2016, 09:44
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Gut verarbeitetes Gerät mit aktueller Atom-Plattform und Stifteingabe – Tastaturdock allerdings mit Schwächen

Immer mehr Elektronikhersteller finden Geschmack an Convertibles. Waren die Kombinationen aus Tablet und Laptop vor ein bis zwei Jahren aber primär noch in mittleren bis höheren Preisbereichen zu finden, dürften heuer einige Produkte auf den hiesigen Markt kommen, die bereits um das Geld für ein Einsteiger-Netbook zu haben sein werden.

Eine Entwicklung, die sich abgezeichnet hat, und zwar in China. Die Hersteller aus der Volksrepublik emanzipieren sich mittlerweile nicht mehr nur im Smartphone-Bereich, sondern greifen mitunter junge Entwicklungen aus dem Westen auf und beschleunigen sie. Ein Beispiel für den Bereich Convertibles ist das iWork 11 des Herstellers Cube, das für rund 300 Euro zu haben ist. Und zwar ohne zusätzlicher Zollgebühren, weil immer mehr Händler – etwa auch Teststeller Gearbest – aus europäischen Lagerhäusern liefern.

Im iWork 11 werkt Intels aktuelle Atom x-Plattform unter einem 10,6-Zoll-Display mit Full-HD-Auflösung. Es dockt sich magnetisch an eine Tastatureinheit an und läuft mit Windows 10. Der WebStandard hat sich den portablen Rechner näher angesehen.

foto: derstandard.at/pichler
foto: derstandard.at/pichler

274 x 172 x 10,5 Millimeter misst das Tablet bei 680 Gramm Gewicht. In Kombination mit dem Tastaturdock verdoppelt sich die Dicke (unter Berücksichtigung der Gummifüßchen), dazu kommen rund drei Zentimeter in der Breite hinzu. Das Gesamtgewicht beläuft sich auf knapp 1,25 Kilogramm. Die Vorderseite des Tablets ist schwarz gehalten und wird von einer Schutzfolie bedeckt. Die Rückseite ziert ein dunkles, metallisches blau mit schwarzem Streifen, auf dem auch die Kamera Platz gefunden hat.

Die Verarbeitung ist ordentlich, insbesondere wenn man die Preisklasse berücksichtigt. Unter diesem Aspekt verdient das Display das Prädikat "überragend". Es bietet Full-HD-Auflösung mit kräftigen Farben, hoher Blickwinkelstabilität und überdurchschnittlicher Helligkeit. Allerdings spiegelt es bei direktem Lichteinfall recht stark. Toucheingaben erfasst es präzise.

Ebenfalls ein im Budgetsegment unübliches Feature: Es verfügt über einen Digitizer für Stifteingabe. Der passende Pen ist, wie das Keyboard, ein optionales Accessoir und war beim Testgerät nicht dabei. Unterstützt werden 1.024 Druckstufen und die Eingabe funktioniert laut dem ausführlichen Test eines XDA-Forenusers zuverlässig. Es gibt einen in die Tastatur integrierten Einschub für den Stift.

foto: derstandard.at/pichler

Verbunden ist das Tablet mit dem Keyboard durch einen Magnetanschluss mit fünf Pins, rund um den mit der Zeit abnutzungsbedingt etwas Farbe von der Kunststoffhülle blättert. Verstellbar ist die Einrastposition nicht. Die Tastatur selbst bietet ein gutes Schreibgefühl. Das integrierte Touchpad mit seinen zwei versteckten Tasten erweist sich allerdings als recht störrisch. Wenn möglich, empfiehlt sich die Verwendung einer normalen Maus. Das automatische Umschalten in den Tabletmodus von Windows 10 bei der Trennung vom Keyboard klappt nicht, kann aber mit zwei Klicks manuell erledigt werden.

Ein HDMI-Ausgang, ein microSD-Slot, ein micro-USB 3.0-Port, eine 3,5mm-Audioklinke sowie der 5V-Ladeanschluss sind auf der linken Seite des Tablets angebracht. Der Lautsprecher liegt gegenüber. Dessen Ausgabequalität ist akzeptabel, all zu laut wird er allerdings nicht. Die Positionierung ist gewöhnungsbedürftig und liegt bei vielen anderen Geräten sinnhafterweise in der Mitte und nicht seitlich.

Für den micro-USB-Port liegt ein passendes Kabel bei, um Geräte mit regulärem USB-Kabel anschließen zu können. Das Tastaturdock selbst bringt zusätzlich zwei USB-Steckplätze mit. Es ist ausschließlich im QWERTY-Layout des englischsprachigen Raums verfügbar. Unter Windows lässt sich die Tastenbelegung allerdings problemlos umstellen, für die Tasten selbst kann man entsprechende Sticker anschaffen. Für Drahtlosverbindungen beherrscht das Gerät Bluetooth 4.0 und WLAN nach 802.11n-Standard.

foto: derstandard.at/pichler

Als Prozessor kommt der Intel Atom x3-8300 zum Einsatz, der leichtgewichtigste der neuen Einsteiger-Chips. Sein Basistakt liegt bei 1,44 GHz, im Turbomodus erreicht er bis zu 1,8 GHz. Ihm stehen vier GB RAM zur Seite, der Onboardspeicher (eMMC) ist mit 64 GB dimensioniert. Benchmarktechnisch ergeben sich keine Überraschungen, im Geekbench erreicht das iWork 11 die Werte, die auch andere Geräte mit dieser CPU schaffen.

Leistungstechnisch ist die aktuelle Atom-Generation ein spürbarer Sprung zu ihrem Vorgänger. Die Anwendungsklasse bleibt allerdings die gleiche: Gedacht ist das iWork 11 primär für Kommunikation, Multimedia, Internetsurfen und Casual Games – und davon nicht zu viel auf einmal.

Solange man sich in diesem Rahmen, der den Bedarf vieler Nutzer abdecken dürfte, bewegt, gibt es abseits der im Vergleich zu Core-M- und Core-i-Prozessoren längeren Ladezeiten nichts zu bemängeln. Der integrierte Akku des Tablets (die Tastatur bringt keinen mit) fasst 8.600 mAh. Bei normaler Nutzungsintensität liegt eine realistische Laufzeit bei sechs bis acht Stunden.

foto: derstandard.at/pichler

Auch zwei Kameras (fünf MP rückseitig, zwei MP an der Front) sind verbaut. Beide liefern Tablet-typisch allerdings keine besonders guten Bilder. Sofern die Lichtbedingungen einigermaßen gut sind, reicht die Frontkamera zumindest für Videotelefonie.

Das vorinstallierte Windows 10 ist die Home-Edition. Erstaunlicherweise kommt die 32-Bit-Fassung zum Einsatz, obwohl der Prozessor eigentlich 64-Bit-tauglich ist. Lizenziert ist es ordnungsgemäß, was angesichts der Erlebnisse beim Test des G2 WinPro PC nicht unwichtig anzumerken ist.

foto: derstandard.at/pichler

Summa summarum ist da Cube iWork 11 ein – von der Stiftunterstützung abgesehen – unspektakuläres Gerät, das für das Gebotene allerdings recht günstig ist. Wichtig ist dieses Convertible, genauso wie einige andere chinesische 2-in-1-Systeme, vor allem als Vorbote. An der 300-Euro-Marke knabbern auch andere, bekannte Hersteller schon.

Beispielsweise Lenovo mit dem Miix 310, das für 270 Euro mit sehr ähnlichen Spezifikationen, allerdings ohne stifttauglichem Digitizer auf den Markt kommen wird. Es ist damit zu rechnen, dass in diesem Jahr zunehmend mehr Firmen nachziehen. Acer ist mit der Aspire Switch-Reihe schon seit einiger Zeit im Niedrigpreis-Segment unterwegs. Die Veröffentlichung eines aktualisierten Modells auf Basis des Atom x5 würde nicht verwundern. (Georg Pichler, 26.02.2016)

Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Das Testgerät wurde vom Händler Gearbest zur Verfügung gestellt.

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Gearbest

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