11.000 Jahre alter Schiefer-Schmuck entdeckt – Wie es zur Artenvielfalt bei den Spinnen kam

27. Februar 2016, 08:00
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11.000 Jahre alter Schiefer-Schmuck entdeckt

foto: milner et al. / internet archeaology/ cc-by-sa 3.0

York – Auf den ersten Blick sieht das gerade einmal drei Zentimeter kleine Steindreieck wenig spektakulär aus. Doch was Archäologen in Nordengland entdeckt haben, ist eine echte Sensation: Das Stück Schiefer ist ein 11.000 Jahre altes Schmuckstück und damit das erste dieser Art in Europa. Auf der Vorderseite des dünnen Steinanhängers sind verzweigte Linien eingraviert, schreiben die Forscher um Nicky Milner von der Uni York im Fachjournal "Internet Archaeology". Sie vermuten, dass der Anhänger einem Schamanen gehört haben könnte.

Abstract
Internet Archaeology: "A Unique Engraved Shale Pendant from the Site of Star Carr: the oldest Mesolithic art in Britain"

Wie es zur Artenvielfalt bei den Spinnen kam

Auburn – Heute gibt es zehntausende Spinnenarten. Bisher dachte man, dass am Ende des Stammbaums die Achtbeiner mit den Webnetzen stehen. Doch Nicole Garrison (Auburn University) und Kollegen stellen diese Ansicht im Fachblatt "PeerJ" nach Genomanalysen nun auf den Kopf: Die Artenvielfalt explodierte erst, als die Spinnen aus den Netzen stiegen, um auch am Boden zu jagen.

Abstract
PeerJ: "Spider phylogenomics: untangling the Spider Tree of Life"

Auswilderung könnte Orang-Utans schaden

Leipzig – 1971 begannen Forscher im Tanjung Puting Nationalpark in Indonesien mit dem Schutz von Orang-Utans. Bis 1985 wilderte man knapp 100 verwaiste Tiere aus. Damals glaubte man, es mit einer einzigen Art zu tun zu haben. Heute weiß man, dass es auf Borneo und Sumatra zwei Unterarten gibt, die sich vor 176.000 Jahren trennten. Forscher um Graham Banes vom MPI für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig berichten nun im Fachblatt "Scientific Reports", dass die Vermischung der Unterarten, die sich stark auseinanderentwickelt haben, negative Folgen für die Überlebensfähigkeit der bedrohten Populationen haben könnte.

Abstract
Scientific Reports: "Reintroduction of confiscated and displaced mammals risks outbreeding and introgression in natural populations, as evidenced by orang-utans of divergent subspecies"

(red, 27.2.2016)

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