Wincor-Aktionäre lassen Diebold zappeln

26. Februar 2016, 17:23
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Bisher erst wenige Aktien angedient, Angebotsfrist läuft aber noch bis 22. März

Die Aktionäre des Geldautomatenherstellers Wincor Nixdorf reagieren bisher zurückhaltend auf das Übernahmeangebot von Diebold. Bis Freitagmittag wurden dem US-Konzern nur gut 470.000 Wincor-Aktien angedient, wie das Unternehmen mitteilte. Das sind rund 1,4 Prozent des Grundkapitals. Die Angebotsfrist läuft seit drei Wochen und endet am 22. März.

Die Offerte des US-Konzerns ist zum aktuellen Kurs gut 1,6 Milliarden Euro oder 48,57 Euro je Aktie wert. Das ist mehr als der Börsenkurs der Wincor-Aktie von 46,45 Euro. Die meisten Profi-Investoren dienen ihre Papiere allerdings erst in letzter Minute an.

38,98 Euro in bar sowie 0,434 eigene Aktien

Diebold bietet für jede der 30 Millionen frei gehandelten Wincor-Aktien 38,98 Euro in bar sowie 0,434 eigene Aktien. Die Übernahme kommt allerdings nur zustande, wenn Diebold mehr als 67,6 Prozent der Wincor-Papiere erhält. Zusammen mit den knapp 3,3 Millionen Aktien im Bestand von Wincor hätten die Amerikaner dann eine Dreiviertel-Mehrheit sicher. Das Wincor-Management hatte den Anteilseignern empfohlen, das Angebot anzunehmen. Diebold rät deutschen Kleinaktionären allerdings, ihre Papiere stattdessen lieber über die Börse zu verkaufen, um keine Steuernachteile zu erleiden.

Wincor und Diebold wollen einen Konzern mit 4,8 Milliarden Euro Jahresumsatz und rund 25.000 Beschäftigen schmieden, der zum US-Branchenprimus NCR aufschließt. Wincor Nixdorf ist vor allem in Europa stark, Diebold in Nordamerika. Rund eine Million Geldautomaten haben die Unternehmen aufgestellt. (APA, 26.2. 2016)

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