Burgenland: Polizeidichte doppelt so hoch wie in Oberösterreich

29. Februar 2016, 05:30
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Die Zahl der Exekutivbeamten in den Dienststellen der Landespolizeidirektionen stieg in drei Monaten um 1,04 Prozent

Wien – Nationalratsabgeordnete Waltraud Dietrich sorgte sich, "dass immer weniger Polizistinnen und Polizisten für die Sicherheit der Bevölkerung zur Verfügung stehen." Das bringe viele Nachteile für die österreichische Bevölkerung, schrieb die Team-Stronach-Mandatarin in einer parlamentarischen Anfrage an Innenministerin Mikl-Leitner (ÖVP). Also wollte sie die "tatsächlichen Personalstände der regulären Polizeiinspektionen (PI) innerhalb der Landespolizeidirektionen (LPD)" wissen.

Die Antwort der Innenministerin wurde in Form einer 718 Polizeiinspektionen langen Liste mit den jeweiligen Personalständen zu Monatsbeginn zwischen vergangenem Oktober und heurigem Jänner veröffentlicht. Anders als von Dietrich angenommen stieg die Gesamtzahl an Beamten in diesen drei Monaten – konkret um 1,04 Prozent von 15.785 auf 15.949.

Der Zuwachs verteilt sich allerdings nicht gleichmäßig auf alle Bundesländer. Den größten prozentualen Anstieg verzeichnete Salzburg mit 4,22 Prozent (von 854 auf 890 Beamten) vor Wien mit 2,72 Prozent (von 4.233 auf 4.348 Beamten) und Oberösterreich mit 1,49 Prozent (von 2.215 auf 2.248 Beamten). Leichte Zuwächse gab es auch in Tirol mit 0,99 Prozent (1.207 auf 1.219 Beamten) und der Steiermark mit 0,40 Prozent (1.979 auf 1.990 Beamten).

In vier Bundesländern sank der Personalstand hingegen leicht. Am stärksten war der Rückgang mit minus 0,86 Prozent in Niederösterreich (2.782 auf 2.758 Beamten), dahinter folgen das Burgenland mit minus 0,73 Prozent (822 auf 816 Beamten), Vorarlberg mit minus 0,67 Prozent (600 auf 596 Beamten) und Kärnten mit minus 0,55 Prozent (1.093 auf 1.087 Beamten).

Von Bundesland zu Bundesland variiert auch die Zahl der Polizisten pro Polizeiinspektion. In den städtischen Wiener Wachstuben versehen im Mittel rund 51 Beamte Dienst, während in Salzburg eine Inspektion durchschnittlich Arbeitsplatz für 15 Beamten ist. Bundesweit beträgt der Schnitt 22,21 Polizisten pro Dienststelle.

Die bestbesetzte Inspektion war am 1. Jänner Wien-Deutschmeisterplatz mit 98 Bediensteten, den niedrigsten regulären Personalstand hatte die Vorarlberger Wachstube Sonntag mit drei Polizisten.

Auch das rechnerische Verhältnis von Polizisten zum Bevölkerungsstand weicht in den Ländern teils markant ab. Auf 10.000 Burgenländer kommen rund 28 Polizisten, auf 10.000 Oberösterreicher mit 15 Beamten nur gut die Hälfte. Österreichweit liegt die Polizeidichte bei 18,3 Beamten je 10.000 Einwohner.

Das Geschlechterverhältnis gleicht sich langsam an. Zu Jahresbeginn standen 13.088 Polizisten 2.861 Polizistinnen gegenüber, die Frauenquote betrug also 17,94 Prozent. Am 1. Oktober des Vorjahres lag sie noch bei 17,69 Prozent. In Vorarlberg ist mittlerweile mehr als jede vierte Stelle an eine Frau vergeben, am anderen Ende des Bundesgebiets, im Burgenland, nur jede zehnte.

Die Zahl der 15.949 in den Dienststellen der Landespolizeidirektionen tätigen Männer und Frauen liegt übrigens deutlich unter dem gesamten Personalstand der österreichischen Exekutive. Gemäß Anfrage wurden in der Beantwortung nur die Bediensteten in den Inspektionen der Landespolizeidirektionen berücksichtigt. Sondereinheiten wie das Einsatzkommando Cobra oder Justizwachebeamten sind nicht aufgeführt. Laut den letzten verfügbaren Daten waren 2014 in Österreich 30.047 Exekutivbedienstete beschäftigt. (Michael Matzenberger, 29.2.2016)

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Parlamentarische Anfrage: "Auswirkungen der Flüchtlingskrise: Personalstand der Polizei"

  • In den Dienststellen der Landespolizeidirektionen sind rund 16.000 Exekutivbedienstete beschäftigt.
    foto: apa/helmut fohringer

    In den Dienststellen der Landespolizeidirektionen sind rund 16.000 Exekutivbedienstete beschäftigt.

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