Friedrich Ani: Wieder einer weg

1. März 2016, 10:29
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In "Der einsame Engel" setzt der Autor auf innere Zustände, Zweifel und Stimmungen

Ein Mann von 55 Jahren, ehemaliger Staatsbeamter, heute Mitarbeiter einer Detektei, die nicht mehr existierte. Nicht verheiratet, keine Kinder, ohne Beziehung", das ist die Bilanz des Ex-Polizisten Tabor Süden, ehemals zuständig für vermisste Personen. Süden weiß nicht so recht, was er anfangen soll.

Nachdem Neonazis die Detektei in Brand gesteckt haben, überlegt er, wie es weitergeht. Eine Frau bittet, ihren abgängigen Chef und wohl auch ehemaligen Liebhaber aufzuspüren. Süden hört den verflossenen Freundinnen des Verschwundenen zu, zieht Erkundigungen über dessen Umfeld ein. Der Gesuchte ist ein Gemüsehändler, der seine Lebensträume nie verwirklichen konnte. Vielleicht ist er mit einer Frau an den Gardasee abgehauen, vielleicht spielt er in einer Bar Klavier.

Friedrich Ani setzt auf innere Zustände, Zweifel und Stimmungen; die Auflösung des Falls ist unerwartet, und Süden ist einmal mehr klar, dass er die Welt kein bisschen gerechter machen kann. Das ist nicht neu, aber wenige können das so erzählen wie Ani. (Ingeborg Sperl, Album, 27.2.2016)

Friedrich Ani, "Der einsame Engel". € 18,50 / 208 Seiten. Droemer-Knaur-Verlag, München 2016

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