Jungunternehmer sehen schwarz bei Pensionen

26. Februar 2016, 10:13
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Bei einer Umfrage sagen null Prozent der Jungunternehmer, dass sie an baldige Pensionsreform glauben

Wien – Österreichs Pensionsausgaben gefährden die Stabilität des Staats. Diese Meinung vertreten immerhin 71 Prozent der mehr als 1.200 Befragten in einer Market-Untersuchung für die "Junge Wirtschaft". Dass die Regierung eine Reform zusammenbringt, wird jedoch nicht erwartet. 0 Prozent halten die Lösungskompetenz der Koalition im Pensionsbereich für "sehr hoch".

Auch nur drei Prozent sehen sie als "eher hoch". Gleich 94 Prozent haben wenig oder gar kein Vertrauen. Wenig verwundert darüber zeigt sich im Gespräch mit der APA der Vorsitzende der Jungen Wirtschaft, Herbert Rohrmair-Lewis. Die Jung-Unternehmer hätten nicht einmal mehr Zorn: "Sie erwarten sich nichts mehr."

Eher traurig blicken die jungen Selbstständigen auch in die Zukunft, was ihren eigenen Pensionsanspruch angeht. 83 Prozent glauben, dass sie im besten Fall eine staatliche Mindestpension erwarten können und sich den Rest selbst finanzieren müssen. Sogar 92 Prozent sind der Meinung, wesentlich länger arbeiten zu müssen als jene, die derzeit die Pension antreten.

Keine Lust auf langes Arbeiten

Freilich ist auch unter Jung-Unternehmern die Bereitschaft, übermäßig lang im Berufsleben zu bleiben, eingeschränkt. 49 Prozent sind bereit länger zu arbeiten, damit das Pensionssystem weiter finanziert werden kann. Allerdings fast genauso viele, nämlich 46 Prinzip, lehnen es zumindest tendenziell ab.

Rohrmair-Lewis hat jedenfalls die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass beim Pensionsgipfel am Montag Nennenswertes herauskommt. Schlechter als die Erwartungshaltung der jungen Unternehmer sei ja nicht möglich.

Besonders wichtig wären ihm ein einheitliches Pensionssystem ohne Ausnahmen, eine Nachhaltigkeitsautomatik, eine sofortige Anhebung des Frauenpensionsalters sowie relevante Anreize, länger im Arbeitsleben zu bleiben. Nicht rütteln will Rohrmair-Lewis am Umlagesystem. Gerade die Finanz- und Wirtschaftskrise habe gezeigt, wie wichtig ein staatliches Pensionssystem sei. Damit steht er nicht alleine da. In der "Market"-Umfrage weisen drei Viertel der Befragten dem Staat bei der Finanzierung des Pensionssystems eine zentrale Rolle zu.

Mehr leisten könnte man sich bei den Pensionen, wenn man wo anders Reformen zusammenbrächte, meint Rohrmair-Lewis. An erster Stelle steht für ihn da die Zurückführung der Staatsschulden. Denn mit dieser würde der Staat wieder Gestaltungsspielraum bekommen. (APA, 26.2.2016)

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