Rapid mit Gesamtscore von 0:10 ausgeschieden

25. Februar 2016, 21:13
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Hütteldorfer kassieren auch im Rückspiel des Sechzehntelfinales ein Debakel – Barisic: "Valencia ist klar über uns zu stellen"

Wien – Es kann als nette Geste von Gary Neville interpretiert werden. Valencias Trainer hat Santi Mina in Spanien gelassen, der war beim 6:0 im Estadio Mestalla der herausragende Fußballer, schoss zwei Tore höchstpersönlich, bereitete drei vor. Binnen 30 Minuten. Das Rückspiel am Donnerstag im Happel-Stadion war also frei von Santi Mina und jeglicher Restspannung. Für Rapid ging es um die Ehre, die Würde, man wollte die Fans, immerhin 39.800, unterhalten, sich beim Abschied aus der Europa League nicht blamieren. Es sollte misslingen. Ebenfalls misslungen waren Transparente mit obszönen Inhalten, Rapid droht von der Uefa Ungemach.

Trainer Zoran Barisic hat kräftig rotiert, Philipp Schobesberger und Matej Jelic saßen auf der Bank, Steffen Hofmann, Florian Kainz und Stefan Stangl fehlten verletzt. Der erst 18-jährige Maximilian Wöber gab sein Pflichtspieldebüt, als gelernter Innenverteidiger wurde er links in die Viererkette gestellt, Hauptsache dabei. Valencia wirkte von Beginn an gelangweilt bis desinteressiert, Dienst nach Vorschrift. Rapid bemühte sich im Rahmen der begrenzten Möglichkeiten, kämpfte, kam zu einer Halbchance (26.).

45 Minuten, vier Tore

Nach der Pause blieb es zunächst recht belanglos, ein Kopfball von Stefan Schwab war die Ausnahme (54.). Und dann, in der 59. Minute, schlug Valencia zu: Rodrigo überhebt nach einem Steilpass Goalie Richard Strebinger zum 1:0. 64. Minute: Feghouli erhöht auf 2:0, Rapids Abwehrverhalten war volksschülerhaft. Detto in der 72. Minute, Pablo Piatti trifft zum 3:0. Ruben Vezo köpfelt noch das 4:0 (88.). Die um 22 Klassen besseren Gäste fadisierten sich mit dem Gesamtscore von 10:0 ins Achtelfinale. Barisic sagte: "Valencia steht eben weit über uns." Für den österreichischen Fußball war das zweite Debakel bitter, denn im unwahrscheinlichen Falle eines Sieges wäre in der Saison 2017/18 ein fünfter Europacupstartplatz dazugekommen.

Am Sonntag kommt Grödig auf Besuch, das ist kein Kulturschock, sondern Alltag. Es geht auch nicht um die Ehre, sondern um drei Punkte für die Meisterschaft. (hac, 25.2.2015)

Europa League, Sechzehntelfinal-Rückspiel, Donnerstag

SK Rapid Wien – Valencia 0:4 (0:0)
Ernst-Happel-Stadion, 39.800 Zuschauer, SR Tagliavento (ITA). Hinspiel 0:6, Valencia mit dem Gesamtscore von 10:0 im Achtelfinale (Auslosung am Freitag, 13 Uhr in Nyon, Spieltermine 10. und 17. März)

Tore:
0:1 (59.) Rodrigo
0:2 (64.) Feghouli
0:3 (72.) Piatti
0:4 (88.) Vezo

Rapid: Strebinger – Pavelic, Sonnleitner, M. Hofmann, Wöber – Petsos, Grahovac – Murg (83. Schaub), Schwab, Alar (70. Schobesberger) – Prosenik (65. Jelic)

Valencia: Ryan – Barragan, Mustafi, Vezo, Gaya (46. Lato) – Fuego (79. Tropi), Danilo – Rodrigo, Feghouli, Piatti – Negredo (65. Mir)

Gelbe Karten: Pavelic, M. Hofmann bzw. keine

Die höchsten Heimniederlagen von Rapid Wien im Europacup:

0:4 – 25. Februar 2016 gegen Valencia (Europa-League-Sechzehntelfinale, Rückspiel)

0:4 – 25. Oktober 2012 gegen Bayer Leverkusen (Europa-League-Gruppenphase)

2:6 – 22. November 1961 gegen AC Fiorentina (Cup der Cupsieger, Achtelfinale, Rückspiel)

  • Valencia war für Rapid nie in Reichweite.
    foto: reuters/bader

    Valencia war für Rapid nie in Reichweite.

  • Das nächste Debakel.
    foto: apa/afp/punz

    Das nächste Debakel.

  • Auch die Fankurve fiel unangenehm auf.
    foto: reuters/bader

    Auch die Fankurve fiel unangenehm auf.

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