Autofreie Spitzenreiter

Kolumne8. März 2016, 12:41
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VCÖ ortet Automüdigkeit in Städten. Doch die Sache ist komplexer als es auf den ersten Blick scheint.

Sicher ist, dass die Verwendung von privaten Kraftfahrzeugen mit der Größe einer Stadt üblicherweise rapid abnimmt. Das hat der VCÖ (Verkehrsclub Österreich) kürzlich in seine Untersuchung "Mobilität in Österreichs Städten – Vergleich und Zukunftstrends" festgestellt.

Es gibt aber Ausreißer. Obwohl der Großraum Linz/Wels/Steyr den zweitgrößten Ballungsraum nach Wien-Wiener Neustadt darstellt, wird dort Auto gefahren, bis der Arzt kommt. Nur 50 Prozent der Wege werden in Linz per Öffi, zu Fuß oder per Rad zurückgelegt (Wien: 73 Prozent).

Bregenz und Eisenstadt

Interessant auch: In Bregenz liegt der Anteil umweltfreundlich mobiler Menschen bei 60 Prozent, in Eisenstadt nur bei 30 Prozent.

Es geht also nicht nur um die Zahl der Bewohner in einer Stadt, sondern auch um den unmittelbaren Leidensdruck aus geografischer Sicht. Der gut durchlüftete Raum Eisenstadt bietet weniger konkreten Anlass, auf das Auto zu verzichten als der dicht besiedelte Ballungsraum zwischen Bregenz, Dornbirn und Feldkirch. Man sieht aber: Es ist möglich, eine kluge Balance zwischen Nutzung des Automobils und Ausbau des öffentlichen Verkehrs herzustellen, der dann auch wieder die Nutzung der eigenen Füße zum Gehen und Radfahren induziert.

Abgas ist nicht das Problem

Aber eines geht auch aus der Untersuchung hervor: Dort, wo es eng wird, hilft das Zurückdrängen des Automobils, weil es den weitaus größten Flächenverbrauch aufweist (das gilt laut VCÖ auch für Elektroautos). Abgas ist ja gar nicht mehr so oft das Problem. (Rudolf Skarics, 8.3.2016)

  • Die Verwendung von privaten Kraftfahrzeugen nimmt mit der Größe einer Stadt normalerweise ab. In Wien trifft das zu, im Großraum Linz aber etwa ist das anders.
    foto: derstandard.at

    Die Verwendung von privaten Kraftfahrzeugen nimmt mit der Größe einer Stadt normalerweise ab. In Wien trifft das zu, im Großraum Linz aber etwa ist das anders.

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