Hymnen-Neudichtung

Einserkastl25. Februar 2016, 17:13
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Irmgard Griss hält die Bundeshymne für altmodisch

Wann haben Sie die Bundeshymne zuletzt mitgesungen? Oder nur so halb mitgebrummt? Oder wenigstens stumm die Lippen bewegt?

Für viele wird das wohl eine Zeit her sein. Sportler und Sportfunktionäre sollen/müssen ja, tun es aber oft nicht. Oder wenn es sich um den Herrn Gabalier handelt, der singt die alte Version ohne Töchter. Weil er das so in der Schule gelernt hat.

Nun tritt die unabhängige Präsidentschaftskandidatin Irmgard Griss auf und regt an, überhaupt einen neuen Text dichten zu lassen. In Form eines Wettbewerbs. Denn, so Griss: "Land der Hämmer, zukunftsreich – hat das noch etwas mit dem heutigen Österreich zu tun?" Dazu muss man zunächst erklären, dass mit Hämmer nicht etwas gemeint ist, was man im Baufachgeschäft bekommt, sondern die wasserkraft- oder dampfbetriebenen Eisenhämmer, mit denen in der Hochzeit der frühen Industrialisierung große Werkstücke geschmiedet wurden. Die Hymnen-Dichterin Paula von Preradovic war Jahrgang 1887.

Österreich ist immer noch ein Industrieland, so gesehen müsste man die symbolischen Hämmer nicht durch "Land der Wellnesshotels, zukunftsreich" ersetzen. "Land der Berge, Land am Strome" ist ja auch nicht rasend originell. Natürlich, der Text der Bundeshymne ist altmodisch, aber das sind andere Hymnen auch. Am besten, man spielt sie nur instrumental. (Hans Rauscher, 25.2.2016)

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    foto: apa/herbert neubauer
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