Immer mehr Unternehmen fürchten, Opfer von Cyber-Betrügern zu werden

25. Februar 2016, 13:34
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PwC Global Economic Crime Survey 2016: Fast die Hälfte aller Wirtschaftskriminalitätsdelikte von Ex-Mitarbeitern

Bei Firmen in aller Welt geht die Furcht vor Cyber-Betrügern um. Die Angst vor Datenkriminellen, Hacker-Angriffen und Viren-Verseuchungen hat den höchsten Wert seit sechs Jahren erreicht. Das geht aus der Studie PwC Global Economic Crime Survey 2016 hervor. Dafür wurden 6.000 Teilnehmer in 115 Ländern in einer Online-Erhebung befragt. Auch in Österreich.

Wie die internationale Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC am Donnerstag schrieb, wurden zudem im "19th Global CEO Survey" über die stärksten Bedrohungen für Organisationen "Bestechung" und "Korruption" als jene Bedrohung genannt, die von 51 Prozent auf 56 Prozent zuletzt am markantesten zugenommen habe. In Österreich sorgten sich aktuell 34 Prozent der Unternehmenschefs um Wirtschaftskriminalität und 47 Prozent um Cyberkriminalität.

Immer mehr Betroffene

Immer mehr Konzerne und Organisationen sind betroffen: Mehr als ein Drittel (36 Prozent) war in den letzten zwei Jahren mit Fällen von Wirtschaftskriminalität konfrontiert. Knapp ein Drittel (32 Prozent) war von Cyberkriminalität betroffen – der höchste Wert, der je in der alle zwei Jahre stattfindenden Umfrage zum Thema "Global Economic Crime" von PwC gemessen wurde. Die aktuelle Umfrage fand zwischen Juli 2015 und Februar 2016 statt.

Ein Detail aus der Auswertung betrifft das Betrügerprofil: Knapp die Hälfte der schwerwiegenden Vorfälle von Wirtschaftskriminalität gehe auf das Konto von Personen, die bei der betroffenen Organisation beschäftigt waren. "Diese internen Betrüger sind zumeist männliche Universitätsabsolventen, die bereits drei bis fünf Jahre im Unternehmen tätig waren, zwischen 31 und 40 Jahren alt sind und eine Funktion im mittleren bzw. gehobenen Management bekleiden", schildert PwC.

14 Prozent der Befragten erlitten in den letzten beiden Jahren Verluste von über 1 Mio. Dollar

In Summe sind trotz eines – erstmals seit der Finanzkrise 2008/09 – global festgestellten leichten Rückgangs der Wirtschaftskriminalität seien die finanziellen Kosten durch einzelne Betrugsfälle gestiegen: 14 Prozent der Befragten erlitten in den letzten beiden Jahren Verluste von über 1 Mio. Dollar. Und dabei seien es, so die Umfrage, nicht die hohen Verluste durch solche Angriffe, die am meisten schmerzen, sondern vor allem Reputationsschäden sowie Anwalts-, Investitions- und Strafverfolgungskosten.

Insgesamt – über alle 115 Länder – sind die Wirtschaftskriminaldelikte zwar leicht gesunken, regional aber gab es große Unterschiede. Rückläufig war die Zahl der Delikte in Nordamerika und in Osteuropa, nicht aber in Westeuropa. Hier stieg die Zahl der Wirtschaftskriminalfälle, noch stärker in Afrika. So hätten 68 Prozent der französischen und 55 Prozent der britischen Befragten in den letzten 24 Monaten Fälle von Wirtschaftskriminalität gemeldet – laut PwC ein Viertel mehr als 2014.

Unterschlagung, Cybercrime und Korruption

Häufigste Formen der Wirtschaftskriminalität sind Unterschlagung (64 Prozent), Cybercrime (32 Prozent) sowie Bestechung und Korruption (24 Prozent). Aus dem Finanzsektor wurden in den letzten beiden Jahren die meisten Fälle von Wirtschaftskriminalität berichtet. Gleich danach folgen öffentlicher Sektor, Handel und Konsumgüterindustrie. Bei Luftfahrt und Verteidigung gab es mit 9 Prozent den markantesten Anstieg. In der Transport/Logistiksparte ging es stärker um Bestechung und Korruption.

Hackerangriffe auf Daten, Viren-Verseuchungen und Datendiebstähle haben stark zugenommen. Bei der Cyberkriminalität gab es einen Anstieg der berichtete Vorfälle um 8 Prozent auf 32 Prozent. Finanzdienstleister meldeten das höchste Ausmaß an Hacker- und sonstigen Angriffen auf ihre Daten (52 Prozent). Stark betroffen sind auch Kommunikationsunternehmen. Mehr als die Hälfte der befragten Manager und Abteilungsleiter verspürte in den letzten 24 Monaten eine zunehmende Bedrohung; 34 Prozent halten es für wahrscheinlich, dass ihre Organisationen in den kommenden 24 Monaten von Cyberkriminalität betroffen sein werden. (APA, 25.2. 2016)

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    foto: apa
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