Kärntner wollen Vorjahresfinalisten stolpern lassen

25. Februar 2016, 12:11
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Der KAC gilt gegen RB Salzburg allerdings als krasser Außenseiter. VSV gegen Caps ebenso wenig Favorit wie Dornbirn gegen Znojmo. Linzer Neustart gegen Bozen

Wien – Die Vorjahresfinalisten aus Salzburg und Wien gelten im Viertelfinale der Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) gegen die Kärntner Clubs als Favoriten. Dass die Wahl von Meister Salzburg auf den KAC gefallen ist, verwundert nicht. Schließlich war der finanzkräftige Titelverteidiger bisher die Nummer eins, der Rekordmeister kam hingegen erst als achtes und letztes Team ins Play-off.

Bullen haushohe Favoriten gegen Klagenfurter

Außerdem sprechen die Saisonduelle mit 4:0 eine eindeutige Sprache. In besonders guter Erinnerung dürfte den "Bullen" das jüngste Aufeinandertreffen Anfang Jänner in Klagenfurt sein, als sie die Hausherren 7:0 vom Eis schossen. Seither hat sich der KAC zwar verbessert, an der klaren Favoritenstellung der "Bullen" ändert das freilich nichts.

Dennoch warnte Salzburg-Trainer Dan Ratushny vor dem Heimauftakt der "Best of seven"-Serie am Freitag vor einem gefährlichen Gegner. Schließlich habe seine Mannschaft auch einige Tiefs gehabt und zuletzt nicht mehr so konstant gespielt. Der Kanadier ist sich aber auch der eigenen Stärken bewusst. "Wir haben eine gute Grundlage für die Play-offs und sind auf einen harten Gegner eingestellt. Wir haben wirklich starke Sturmlinien, aber entscheidend für den Erfolg wird das Zusammenspiel mit der Defense sein."

Er erwartet sich ein sehr offensives Auftreten des KAC, der zuletzt sieben von zehn Spielen – wohlgemerkt in der unteren Hälfte – gewonnen hat. Die Salzburger haben aber nicht nur in dieser Saison alle Duelle für sich entschieden, sondern auch das Vorjahres-Halbfinale mit 4:0 für sich entschieden. Insgesamt ist ihre Play-off-Ausbeute gegen den KAC seit 2009 mit 3:2-Erfolgen aber nur leicht positiv. Auch deshalb übt man sich in Klagenfurt in Zweckoptimismus. "Wir haben die große Chance, in den kommenden sieben Wochen die vergangenen sieben Monate vergessen zu machen", betonte Thomas Pöck.

Villacher als Underdog gegen Capitals

Auch der Lokalrivale aus Villach sieht sich gegen die Capitals als Underdog. "Wir sind sicher Außenseiter. Aber in solchen Spielen kann unsere junge Mannschaft sicher sehr viel lernen", gab der wiedergenesene Routinier Gerhard Unterluggauer zu Protokoll. Der Pick des VSV durch den Vizemeister war aufgrund der schlechteren Platzierung der Villacher gegenüber Linz, denen die Wiener zuletzt 3:4 unterlegen sind, nicht überraschend gekommen. Vor zwei Jahren erwies sich die gleiche Wahl der Wiener jedoch als Bumerang, denn die Caps zogen damals im Viertelfinale mit 1:4 klar den Kürzeren.

In dieser Saison halten sie gegen den VSV – der sich als souveräner Sieger der Qualifikationsrunde wie der KAC erst im Nachsitzen für das Play-off qualifiziert hat – bei je zwei Siegen und Niederlagen. "Wir haben in den letzten Runden viel Schwung gewonnen und daher viel Selbstvertrauen", gab sich Andreas Nödl vor dem ersten Heimmatch (live Servus TV) aber zuversichtlich.

Sein Trainer Jim Boni redete den Gegner und auch gleich die gesamte Liga stark. "Es wird eine sehr schwierige und enge Serie. Eine der Stärken des VSV ist natürlich seine Geschlossenheit. Ein sehr starkes Team, gegen das man seine Bestleistung abrufen muss. Aber die haben wir auch. Schon die ganze Saison. Ich habe noch niemals in meiner Karriere in so einer engen Liga gespielt oder trainiert."

Dornbirn Außenseiter gegen Znojmo

Der Tabellenzweite Znojmo hat sich aufgrund der 5:1-Saisonbilanz gegen Dornbirn wenig überraschend für die Vorarlberger entschieden. Die "Bulldogs" wollen als Außenseiter reüssieren. "Znojmo hat eine sehr gute Mannschaft, gegen die wir uns in dieser Saison sehr schwergetan haben", meinte Nikolas Petrik vor dem ersten Match in Tschechien und strapazierte eine gern verwendete Floskel. "Aber das Play-off schreibt seine eigenen Gesetze."

Linz gegen Bozen

Die Black Wings Linz treffen auf Bozen. Gegen die Südtiroler haben sie vier der bisher sechs Aufeinandertreffen für sich entschieden. In letzter Zeit lief es für die Linzer insgesamt aber nicht mehr nach Wunsch. "Wir wollen die vergangenen Wochen vergessen, am Freitag beginnt eine neue Saison", konstatierte deshalb Philipp Lukas. (APA, 25.2.2016)

Viertelfinal-Auftakt, Freitag:
(best of seven)

Znojmo – Dornbirn (18.30 Uhr)
RB Salzburg – KAC (19.15 Uhr)
Vienna Capitals – VSV (19.40 Uhr)
HCB Südtirol – Black Wings Linz (19.45 Uhr)

Spieltermine:
26. Februar, 28. Februar, 1. März, 4. März. Falls nötig: 6. März, 8. März, 11. März

1. Semifinal-Termin am 13. März
1. Final-Termin am 1. April

  • "Party on" heißt es am Freitag in Salzburg, Znaim, Wien und Bozen.
    foto: apa/expa/peter rinderer

    "Party on" heißt es am Freitag in Salzburg, Znaim, Wien und Bozen.

  • Die Viertelfinalpaarungen.
    grafik: apa

    Die Viertelfinalpaarungen.

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