Firmen aus EU-Raum sollen Spyware an Ägypten verkauft haben

24. Februar 2016, 13:44
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Neuer Bericht der NGO Privacy International erhebt schwere Vorwürfe gegen europäische Konzerne

Ein Bericht der Datenschutzorganisation "Privacy International" prangert die Exportpraxis europäischer Technologieunternehmen an. Nokia (Finnland), Hacking Team (Italien) und das deutsch-britische Gamma/FinFisher sollen Technologien an den hochgeheimen ägyptischen Nachrichtendienst TDR verkauft haben. Laut Privacy International soll Nokia dem Geheimdienst 2011 – also am Höhepunkt des "Arabischen Frühlings" – Technologien zum Abhören von mobiler Kommunikation verkauft haben.

Exporte in der Kritik

Die anderen beiden Unternehmen sollen Trojaner nach Ägypten exportiert haben. Die EU hat ab 2014 ein Exportverbot für solche Produkte ausgesprochen, doch bereits zuvor hatten Menschenrechtsorganisationen auf die brutale Verfolgung von Dissidenten in Ägypten hingewiesen. Beim TDR handelt es sich um eine Behörde, die offiziell gar nicht existiert. Sie ist Paradebeispiel für den "tiefen Staat", der abseits der Gerichtbarkeit agiert. Privacy International fordert nun mehr Transparenz – sowohl vonseiten der handelnden Firmen als auch von der ägyptischen Regierung. (fsc, 24.2.2016)

  • Ägyptische Aktivisten: Mit europäischer Software überwacht
    foto: apa/epa/weitz

    Ägyptische Aktivisten: Mit europäischer Software überwacht

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