Time-Verlag erwägt Kauf von Yahoos Kerngeschäft

24. Februar 2016, 13:40
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Analysten: Wert 6 bis 8 Mrd. Dollar – Aktien beider Firmen gaben nach

New York – Der Time-Verlag interessiert sich einem Insider zufolge für das Kerngeschäft des kriselnden Internet-Pioniers Yahoo. Der Herausgeber der Magazine "Time", "People" und "Sports Illustrated" lote seit Wochen den Kauf der Suchmaschinen-, Mail- und Nachrichtendienste von Yahoo aus, sagte eine mit den Überlegungen vertraute Person am Dienstag. Dazu habe sich Time die Hilfe von Banken geholt.

Den Analysten von SunTrust Robinson Humphrey zufolge hat das Kerngeschäft von Yahoo einen Wert von 6 bis 8 Mrd. Dollar (5,5 bis 7,3 Mrd. Euro). Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte zuvor berichtet, Time habe sich mit einem Modell der Bank Citigroup befasst. Dabei gehe es um einen steuerfreien Deal bei der Übernahme eines abgespaltenen Konzernteils. Yahoo und Time wollten sich zu dem Bericht nicht äußern. Citigroup war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar.

Abspaltung des schwächelnden Internet-Kerngeschäfts

Angesichts der Dominanz der Rivalen Google und Facebook geriet Yahoo immer mehr ins Hintertreffen. Der Konzern plante zuletzt eine Abspaltung des schwächelnden Internet-Kerngeschäfts und ein Festhalten am milliardenschweren Anteil am chinesischen Amazon-Rivalen Alibaba, der als sein Kronjuwel gilt. Nach einem Verlust im vierten Quartal stellte Yahoo das Internet-Sparte kürzlich ins Schaufenster. Yahoo-Aktionär Canyon Capital erhöhte unterdessen den Druck auf den Internet-Pionier. Die Investmentgesellschaft verlangte von dem Konzern in einem Schreiben, den Verkauf des Kerngeschäfts schnell einzuleiten.

Ausbau des Digitalbereichs

Der Time-Verlag versucht seit längerem, die wegbrechenden Werbeeinnahmen aus dem klassischen Printgeschäft durch den Ausbau des Digitalbereichs wettzumachen. Dazu will er mit MySpace bereits einen Pionier bei sozialen Netzwerken kaufen. Auch der US-Telekommunikationskonzern Verizon gilt als Kandidat für das Yahoo-Internet-Geschäft. Ihm gehört bereits der geschrumpfte Online-Veteran AOL. (APA/Reuters, 24.2.2016)

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