Internetnutzer finanzieren letzten Auftritt von sterbendem Comedian

5. März 2016, 11:42
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Quincy Jones will vor seinem Tod noch ein einstündiges Stand-up-Programm realisieren

Quincy Jones, nicht zu verwechseln mit dem bekannten Musiker gleichen Namens, lebt in Los Angeles. Dort widmet er sich der Kleinkunst, genauer gesagt dem Stand-Up-Comedy auf den vielen kleinen Klub-Bühnen der kalifornischen Metropole. Der Afroamerikaner, dessen bürgerlicher Name Quami lautet, ist ein guter Freund von Nicole Blaine, die gemeinsam mit ihrem Mann Micky ebenfalls in ihrer Freizeit als Unterhalterin arbeitet.

Sie beschreibt Jones, zu dem sich über die letzten zwei Jahre eine tiefe Freundschaft entwickelt hat, als talentierten, freundlichen Kerl, der jeden Saal in seinen Bann ziehen kann. Doch eine Krebsdiagnose im Juli 2015 bringt sein Leben aus den Fugen. Ärzte diagnostizieren bei ihm ein bösartiges Mesotheliom in der Endstufe. Der diffus wachsende Krebs hat bereits mehrere Organe befallen, Ärzte geben Jones noch ein Jahr zu leben.

Crowdfunding für den letzten Wunsch

"Ich wollte ihm diese alte Frage stellen, was er noch tun wolle, bevor er gehen müsse", beschreibt Blain die Situation. Doch Jones ist schneller und wünscht sich, ein einstündiges Comedy-Programm aufnehmen zu können, um der Welt eine kleine Erinnerung zu hinterlassen. Blain sagt zu – und bringt die Internet-Gemeinde ins Spiel.

Um das Projekt zu finanzieren startet sie eine Kampagne auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter. Rund 5.000 Dollar sollen dort zusammen kommen, um am 3. April drehen zu können. Die Geschichte macht schnell die Runde und landet unter anderem in der GQ. Das Ziel ist in kurzer Zeit erreicht, mittlerweile wurden von über 600 Unterstützern mehr als 30.000 Dollar zugesagt. Wer 25 Dollar oder mehr beiträgt, erhält eine digitale Kopie der Produktion.

Plan B

Das, so schreibt Blaine auf Facebook, wird helfen, das Video schneller und in besserer Qualität produzieren zu können. Weitere Überschüsse sollen Jones helfen, seine letzten Monate komfortabel verbringen zu können. Es gibt auch einen Plan B. Sollte er im April nicht in der Lage sein, selber aufzutreten, will man ein Special mit anderen Comedians zu seinen Ehren umsetzen.

Obwohl er durch Krankheit und Chemotherapien geschwächt ist, verbringt er Abende, an denen er sich besser fühlt, immer noch gerne als Zuseher und Entertainer in Comedyclubs. Seinen eigentlichen Job als Barista in einem Cafe kann er derzeit nicht ausüben.

Parallel zur Finanzierung des Videoprojekts wurde von Jones' Cousine auch eine Spendensammlung für seinen medizinischen Kostenaufwand über GoFundMe initiiert. Dort haben Nutzer bislang mehr als 20.000 Dollar zusammen getragen. (gpi, 05.03.2016)

sam jae
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