Auer-Welsbach kommt vermutlich früher frei

24. Februar 2016, 12:40
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Der wegen schweren Betrugs verurteilte Kärntner Finanzjongleur könnte die Justizanstalt Karlau in Graz schon nach sechs Jahren verlassen

Graz – Der wegen schweren Betrugs verurteilte Kärntner Finanzjongleur Wolfgang Auer-Welsbach könnte die Justizanstalt Karlau in Graz statt nach acht schon nach sechs Jahren verlassen. Das Landesgericht hat entschieden, dass er vorzeitig entlassen wird. Die Staatsanwaltschaft kündigte jedoch Beschwerde dagegen an, bestätigte Sprecher Hansjörg Bacher am Mittwoch der APA einen Bericht der "Kleinen Zeitung".

Das Landesgericht Graz teilte mit, dass der Entlassungszeitpunkt für Auer-Welsbach der 19. März 2016 wäre, die Beschwerde der Staatsanwaltschaft hat allerdings aufschiebende Wirkung. Noch im Laufe der Woche soll der Beschluss und die Beschwerde dem Oberlandesgericht Graz zur Entscheidung vorgelegt werden, erklärte Sprecherin Barbara Schwarz.

Sie begründete den Beschluss zur vorzeitigen Entlassung mit mehreren Umständen: Bei der Strafe von Auer-Welsbach handelt sich um einen Erstvollzug sowie Erstverurteilungen. "Zudem erklärte sich der Verurteilte bereit, Weisungen und Auflagen zu erfüllen", erklärte Schwarz. Außerdem habe der Gefangene durch einen "gesicherten sozialen Empfangsraum", eine gesicherte Wohnversorgung sowie seiner bewilligten Berufsunfähigkeitspension "gute Aussichten auf ein redliches Fortkommen in Freiheit". Die Richterin ergänze: "In Hinblick darauf, dass weder general- noch spezialpräventive Gründe gegen eine bedingte Entlassung sprechen, war dem Antrag stattzugeben."

Antrag auf Fußfessel

Der prominente Häftling hatte bereits im vergangenen Jahr einen Antrag auf eine Fußfessel gestellt, war damit aber nicht durchgekommen. Nun geht es um die vorzeitige Entlassung, über die das Oberlandesgericht (OLG) Graz zu entscheiden hat. Eine frühzeitige Entlassung nach zwei Dritteln der Haft ist bei Häftlingen, die erstmals eine Freiheitsstrafe verbüßen, nicht selten. Laut Bacher war aber das Vollzugsverhalten von Auer-Welsbach nicht einwandfrei. So wurde er etwa bei einem Freigang betrunken am Steuer erwischt, weswegen diese Vergünstigung auch wieder rückgängig gemacht wurde. Außerdem bestehe laut einem Sachverständigen ein hohes Rückfallrisiko.

Auer-Welsbachs AvW-Gruppe war 2008 zusammengebrochen, rund 12.500 Anleger waren betroffen. Die Geschädigten haben 940 Mio. Euro an Forderungen angemeldet. Auer-Welsbach selbst hatte im April 2010 Selbstanzeige erstattet, weil er Einkommen von Liechtensteinischen Stiftungen in Österreich nicht versteuert hat, und war in U-Haft genommen worden. Er wurde am 31. November 2011 von einem Schöffensenat am Klagenfurter Landesgericht wegen schweren Betrugs, Untreue und Bilanzfälschung zu acht Jahren Haft und Schadensersatzzahlungen verurteilt. (APA, 24.2.2016)

  • Auer-Welsbach zur Zeit des AvW-Prozesses im Jänner 2011.
    foto: apa/eggenberger

    Auer-Welsbach zur Zeit des AvW-Prozesses im Jänner 2011.

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