Unfall in britischem Kraftwerk Didcot: Vier Tote befürctet

24. Februar 2016, 16:35
91 Postings

Zwischenfall in 2013 stillgelegter Anlage

London – Nach dem Einsturz eines stillgelegten englischen Kraftwerks gehen Rettungsmannschaften von insgesamt vier Toten aus. Es gebe keine Lebenszeichen von drei Menschen, die nach wie vor unter den Trümmern lägen, sagte ein Offizier der Rettungskräfte am Mittwoch. "Es ist sehr unwahrscheinlich, dass sie noch am Leben sind." Man habe die Familien bereits unterrichtet. Fünf Verletzte seien ins Krankenhaus gebracht worden, teilte die Feuerwehr am Dienstag mit.

Ein Krankenhaus im nahe gelegenen Oxford teilte mit, die Verletzten würden in der Notaufnahme behandelt. Unklar war zunächst, warum ein erheblicher Teil des Gebäudes des Kraftwerks Didcot A westlich von London einstürzte.

Berichte über Explosion

Zunächst hatten Medien von einer Explosion berichtet. Ein Sprecher der Gewerkschaft GMB vermutetet eine andere Ursache: "Wir haben gehört, dass Arbeiter zwei Heizkessel zum Abriss in den kommenden Wochen vorbereitet haben. Das hat zum Einsturz des Gebäudes geführt", sagte er der Nachrichtenagentur PA.

Ein Anrainer berichtete der BBC, es habe am Nachmittag eine lauten Knall gegeben, bevor schwarzer Rauch oder Staub aufgestiegen sei. Dann seien Rettungshubschrauber, Krankenwagen und die Feuerwehr eingetroffen. Der Kraftwerksbesitzer RWE npower teilte über Twitter mit, man arbeite daran, die Ursache für die "tragischen Ereignisse" herauszufinden.

2013 stillgelegt

Zu der Anlage gehören ein Gaskraftwerk, genannt Didcot B, und das Kohlekraftwerk Didcot A. Letzteres ist seit Frühjahr 2013 nicht mehr in Betrieb, dort ereignete sich die Explosion. Die Ursache war zunächst völlig unklar. Im Sommer 2014 waren die Kühltürme, die über Jahrzehnte ein Wahrzeichen der Stadt gewesen waren, gesprengt worden. RWE npower zufolge soll Didcot A noch in diesem Jahr komplett abgerissen werden. (APA, dpa, 23.2.2016)

  • Bei der Explosion wurde ein Mitarbeiter eines Abbruchunternehmens getötet
    foto: reuters/peter nicholls

    Bei der Explosion wurde ein Mitarbeiter eines Abbruchunternehmens getötet

Share if you care.