Italien stellt beim Wein neue Rekorde auf

24. Februar 2016, 13:00
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Mit einer Produktion von 50 Millionen Hektolitern ließen die italienischen Weinbauern Frankreich und Spanien hinter sich

Mailand – Italiens Weinwirtschaft hat neue Rekorde verzeichnet. Mit einer Produktion von knapp 50 Millionen Hektolitern ließ Italien Frankreich und Spanien hinter sich. Es handelt sich um die höchste Produktion seit zwölf Jahren.

Ein Allzeithoch gab es auch beim Exportwert. Der belief sich im Vorjahr auf 5,4 Milliarden Euro, was nahezu einer Verdoppelung innerhalb von zehn Jahren entspricht. Wein ist vor Obst und Gemüse auch zum wichtigsten Posten in der Agrar-Ausfuhrbilanz Italiens geworden.

Und auch die Weinqualität hat sich verbessert. "Wir machen ein hervorragendes Produkt und stehen damit den Franzosen keineswegs nach", sagt der Direktor des Mediobanca-Studien-Büros R&S, Gabriele Barbaresco, im Gespräch mit dem STANDARD.

Der einzige wunde Punkt ist der Verkauf. "Rund 80 Prozent des Weins werden über Zwischenhändler vertrieben, während die Franzosen über ein exzellentes Verkaufsnetz verfügen", kritisiert Barbaresco, selbst ein Weinkenner, die dadurch entstehenden Mehrkosten. Zudem verfügten die Franzosen mit ihren Weinzertifikaten und Futures über ein hervorragendes Instrument, um die hohen Lagerkosten zu finanzieren.

Börsengang in Überlegung

Solche Instrumente sind in der weitgehend fragmentierten italienischen Weinwirtschaft eher unüblich. Erst zwei Unternehmen, Masi Agricola aus Verona mit dem qualitativ hochwertigen Rotwein Amarone und der Weinführer Gambero Rosso haben im Vorjahr den Börsengang gewagt. Derzeit erwägen der Nobelwinzer Frescobaldi aus der Toskana und die "Cantine Ferrari" aus Trient das Going-public.

Zwar ist der inländische Weinkonsum in den vergangenen zehn Jahren um 18 Prozent geschrumpft, konnte 2015 aber stabilisiert werden. Der Verbrauchertrend geht zu hochwertigen Rotweinen und zu Nischenprodukten wie Prosecco. Der Sprudelwein aus der Region Venetien hat 2015 auch den Champagnerexport in den Schatten gestellt. Eine im Jahresvergleich um knapp ein Drittel auf drei Millionen Hektoliter erhöhte Produktion und ein Verkauf von 480 Millionen Prosecco-Flaschen (gegenüber 280 Millionen Champagnerflaschen) sprechen für sich. (Thesy Kness-Bastaroli, 24.2.2016)

  • Traubenernte nahe Pompeii.
    foto: epa/abbate

    Traubenernte nahe Pompeii.

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