Session Work Festival: Im Sessiongarten der Ambitionen

23. Februar 2016, 16:25
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Bunte, nicht nur jazzige Ideen: Session Works Records, gegründet von Christoph Pepe Auer, lädt zum Festival ins Porgy & Bess

Wien – Es gab eine schöne alte Zeit, da trug der Musiker seine anspruchsvollen Plattenideen kundig-interessierten Firmenbossen vor, und selbige – so das Ideengebilde gefiel – investierten in den Künstler, gaben ihm Zeit und Geld. Schließlich kamen sogar einträgliche Karrieren zustande. Das Märchen ist im improvisatorischen Bereich, zumal in Österreich, seit längerem ausgeträumt.

Andererseits existieren Initiativen wie die Session Works Records, die Bassklarinettist Christoph Pepe Auer recht zufällig initiierte. Einen Businessplan hat es nie gegeben; Auer und Hang-Spieler Manu Delago wollten einfach ihre Duos veröffentlichen, doch "die Labelsuche war damals wenig zufriedenstellend. In etablierte Firmen kam man kaum rein." Und wenn doch, hatten die Künstler wenig davon.

Session Works Records wurde gegründet und nach und nach eine Kreativplattform. "Ein Auswahlkriterium ist der Drang, Neues, Eigenes zu schaffen", so Auer, und in den fast neun Jahren seit der Gründung sind 85 Alben entstanden, an die 180 Musiker brachten dabei ihre Ideen ein.

Auch das alljährliche Session Work Festival ist mittlerweile eine Lebendigkeit vermittelnde Tradition. Nun denn: Zum Start hört man Patrick Dunsts Tribal Dialects, dann die CD-Präsentation you and me des Duos Stephie Hacker & Lukas Lauermann; und auch das Sketch Book Quartett ist am ersten Tag, dem Freitag, zugegen. Auer selbst wird am Samstag sein aktuelles Album Songs I Like vermitteln dies allerdings unbegleitet. Des Weiteren: Bleu, also Lorenz Raab, Ali Angerer und Rainer Deixler, präsentieren eine CD-Neuheit; finalisiert wird der zweite Festivaltag vom Orgeltrio rund um den Gitarristen John Arman.

Schließlich wird am Sonntag u. a. das Session Work Composers Ensemble aufspielen: Auer: "Es ist ein Workshop-Ensemble, gebildet aus einem Teil des Pools der 180 Musiker des Labels, das heuer den Komponisten Arnold Zamarin in den Mittelpunkt stellt." (Ljubiša Tošić, 23.2.2016)

Porgy & Bess, von 26. bis 28. Februar, 20.00

  • Klarinettist Christoph Pepe Auer und Kollegen zeigen an drei Tagen, was Musikvielfalt ist.
    foto: ingo pertramer

    Klarinettist Christoph Pepe Auer und Kollegen zeigen an drei Tagen, was Musikvielfalt ist.

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