Medizinische Uni Graz will mehr internationale Forschungsprojekte

23. Februar 2016, 15:27
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Forschung und Lehre wird vorangetrieben – Rektor hofft auf Med-Campus-Ausbau

Graz – Die Medizinische Universität Graz wird seit Mitte Februar von einem neuen Dreierteam rund um den neuen Rektor Hellmut Samonigg geführt. Die Optimierung der Voraussetzungen für Forschung, Weiterentwicklung der Lehre, der "größte gemeinsame Nenner" mit der steiermärkischen Krankenanstaltengsesellschaft (Kages) und die Realisierung des zweiten Moduls des Med-Campus sind ihm besondere Anliegen, wie Samonigg im Pressegespräch am Dienstag schilderte.

Zentraler Faktor für die Weiterentwicklung der Forschung an der Med-Uni werde die Inbetriebnahme des ersten Bauabschnitts des Med-Campus Graz sein: "Das ist eine Riesenchance für uns", so Samonigg. Während das erste Modul im Herbst 2017 eröffnet werden soll, befindet sich das zweite Modul noch in Vorbereitung: "Wir müssen den Bund noch überzeugen, dass dieser zweite große Teil tatsächlich realisiert wird."

Mehr internationale Projekte

In den beiden Modulen sollen die Instituts-, Lehr- und Forschungsflächen der vorklinischen Institute, die zurzeit noch am Gelände der Uni Graz untergebracht sind, sowie Büros und Labors Platz finden. "Das wird für die Interaktion im klinischen und vorklinischen Bereich sehr befruchtend sein", so Samonigg. Die gemeinsamen Forschungsprojekte von Vorklinik und der Klinik sollen von bisher rund 50 auf "siebzig bis achtzig Prozent" angehoben werden. Durch die weitere Konzentrierung von Stärkefeldern und fortgesetzte Kooperationen mit der Universität Graz und TU Graz und weiteren regionalen Partnern soll eine kritische Masse erreicht werden, um mehr internationale Projekte nach Graz zu ziehen, wie Forschungs-Vizerektorin Caroline Schober-Trummler betonte.

Grundvoraussetzung für den Forschungsbereich wie auch die Lehre sei, dass sichergestellt wird, dass für beide Aufgaben genügend Zeit vorhanden ist: "Unsere Mitarbeiter müssen in aller Ruhe ihre Aufgaben in Forschung und Lehre erfüllen können. Wir bringen inklusive klinischem Mehraufwand 120 Millionen Euro ein, da müssen wir auch schauen, dass der Output für die Forschung und Lehre gesichert wird", so Samonigg in Richtung des Klinikträgers KAGes. Mit diesem wird es wohl auch bei den geplanten Klinikzusammenlegungen noch Diskussionsstoff geben: "Es gibt den Konsens, dass bessere Ideen die schlechteren schlagen. Ich will nicht den kleinsten gemeinsamen Nenner suchen, sondern den größten und das Bestmögliche anstreben. Da muss sich einfach die Vernunft durchsetzen", so der Rektor. Konkrete Vorschläge wollte Samonigg noch nicht nennen, "das wäre jetzt zu früh".

Weniger Drop-Outs

Im Bereich der Lehre für die rund 4.200 Studierenden habe sich mit dem neuen Aufnahmeverfahren und der Ausbildung im intensiven Kleingruppenunterricht an der Med-Uni die Dropout-Quote bereits auf "vier bis fünf Prozent" eingependelt und es werde auch schneller studiert, so Vizerektorin Doris Lang-Loidolt. Die im Detail jedoch sehr unterschiedlichen Studienpläne seien oftmals eine unüberwindbare Hürde, wenn Studierende dem Internationalisierungs- und Mobilitätswunsch nachkommen wollen. In Zusammenarbeit mit den anderen österreichischen Medizin-Unis will man die Studienpläne harmonisieren. (APA, 23.2.2016)

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