Heta-Anleihen: Land und Hypo Tirol nehmen Angebot an

23. Februar 2016, 14:01
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Schuldenschnitt kostet Tirol 39 Millionen Euro – Renitente Gläubiger werten Einladung Schellings als ersten positiven Schritt

Innsbruck – Das Land und die Hypo Tirol werden das Rückkaufangebot des Landes Kärnten für die Heta-Anleihen annehmen. Das erklärte Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Innsbruck im Anschluss an die Regierungssitzung. Der Schuldenschnitt werde die Bank und das Land jeweils 19,5 Millionen Euro kosten.

Bereits in der Bilanz 2014 hatte die Hypo Tirol 38,7 Millionen Euro für die Heta zurückgestellt. Damals war man laut Aufsichtsratschef Wilfried Stauder von 50 Prozent der Forderungen ausgegangen. Gleichzeitig hatte die Hypo im vergangenen Jahr auf die Ausschüttung der Dividende an das Land verzichtet.

Kein frisches Geld

Deshalb werde aus dem Budget kein frisches Geld benötigt, sagte Platter. Es sei besser, das Angebot anzunehmen, als in eine unsichere Situation zu schlittern: "Freude hat zwar niemand daran, aber das Thema muss nun ein für alle Mal beendet werden." Sollte das Angebot nicht angenommen werden, wäre das ein fatales Signal für den Bankenstandort Österreich, meinte Platter. Außerdem wären die Folgen in diesem Fall auch für Tirol nicht absehbar.

Mindestens zwei Drittel der Gläubiger müssen dem Rückkauf zustimmen, damit der Deal gilt. Bis zum 11. März haben sie Zeit, das Angebot anzunehmen. Für Senior Bonds ist eine Quote von 75 Prozent geboten, für nachrangige Anleihen sind es 30 Prozent.

Positives Zeichen

Von den Heta-Gläubigergruppen, die vereinbart haben, sich dem Rückkaufangebot zu verweigern (Lock-up), gab es am Dienstag nur ein kurzes Statement. Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) habe "ausgewählte Gläubiger" zu einem Meeting eingeladen. "Das werten wir als positiven ersten Schritt", erklärte der Gläubigerpool. Das war es dann aber schon mit versöhnlichen Aussagen.

"Für uns gilt weiterhin: Wir sind überzeugt davon, dass Kärnten zahlungsfähig ist und dass das aktuelle einseitige Angebot scheitern wird", hieß es in dem gemeinsamen Statement der Poolgläubiger. "Wir sind bereit, gemeinsam mit dem Bundesminister für Finanzen an einer alternativen Lösung zu arbeiten."

Kärnten braucht Zweidrittelmehrheit

Bund und Land haben das Angebot allerdings wiederholt als nicht verhandelbar bewertet. Es geht um den Rückkauf landesgarantierter Bonds im Nominale von rund elf Milliarden Euro mit entsprechenden Abschlägen.

Kärnten steht im Bemühen um diesen Anleiherückkauf einem Pool mit Papieren im Wert von mehr als fünf Milliarden Euro gegenüber. In dem Pool sind unter anderen Commerzbank, die deutschen Bad Banks FMS und Erste Abwicklungsanstalt, Dexia Deutschland, Deutsche Pfandbriefbank und Pimco. (APA, 23.2.2016)

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