Fortpflanzungserfolg kann Waldrappe krank machen

28. Februar 2016, 17:46
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Anstrengung durch Eierlegen und Junge großziehen schwächt Immunsystem und beschert Vögeln mehr Parasiten

Grünau/Cambridge/Wien – Sex, Kinder kriegen und sie aufziehen kann die Gesundheit gefährden. Zumindest ist dies beim Waldrapp so, berichten österreichische Forscher im "Journal of Ornithology". Verpaarte Vögel haben mehr Parasiten als Singles, was ein Zeichen sei, dass ihr Immunsystem durch diese anstrengenden Tätigkeiten geschwächt ist. Besonders stark betroffen ist davon das weibliche Geschlecht.

Die Forscher haben während zwei Paarungs- und Reproduktionsperioden bei den Waldrappen von der Konrad Lorenz Forschungsstelle (KLF) in Grünau im Almtal (Oberösterreich) unter anderem beobachtet, welche einen Partner haben und Junge großziehen, wie oft sie einander die Federn putzen und wie viele Parasiten ihr Kot enthält.

Sie fanden bei den verpaarten Vögeln viel öfter Eier von Fadenwürmern (Nematoden) im Kot als bei Singles. Sie seien offensichtlich also weniger gesund, so Claudia Waschner, die am KLF in Grünau im Almtal und an der Anglia Ruskin University in Cambridge (England) forscht, in einer Aussendung der britischen Universität.

"Es ist bekannt, dass das Eierlegen viel Energie benötigt und die körperliche Fitness der Eltern einschränkt", erklärte die Forscherin. Die höhere Parasitenbelastung in Weibchen sei vermutlich auf ein durch das Eierlegen stark geschwächtes Immunsystem zurückzuführen.

Mehr Eier, aber weniger überlebende Junge

Der Befall mit einem weiteren Magen-Darm-Parasiten hing nicht nur mit dem Fortpflanzungserfolg der Waldrappe zusammen, sondern auch mit ihrem Verhalten, berichteten die Forscher. Je mehr Sporenbehälter (Oozysten) von bestimmten einzelligen Parasiten (Kokzidien) in ihrem Kot waren, umso mehr Eier legten die Weibchen zwar, aber umso weniger ihrer Jungvögel überlebten.

Außerdem wurden Individuen mit einem höheren Kokzidien-Anteil im Kot häufiger von ihrem Partner gekrault. Das muss nicht unbedingt eine Verhaltensänderung durch den Parasitenbefall bedeuten. Vögel, die einander häufiger putzen, haben öfter Körperkontakt und dabei steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie Parasiten übertragen, erklären die Wissenschafter in der Fachpublikation. (APA, red, 28.2.2016)

  • Waldrapp-Paare haben mehr Probleme mit Parasiten als Singles, wie nun heimische Forscher festgestellt haben.
    foto: apa/epa

    Waldrapp-Paare haben mehr Probleme mit Parasiten als Singles, wie nun heimische Forscher festgestellt haben.

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