Hundstorfer startet Kampagne als "Einer von uns, einer für uns"

Video23. Februar 2016, 10:16
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SPÖ-Präsidentschaftskandidat startet Social-Media-Auftritte und bringt neues Video

Wien – SPÖ-Präsidentschaftskandidat Rudolf Hundstorfer treibt nun seinen Wahlkampf im Web voran. Seit Montagabend sind seine Facebook-Seite und sein Twitter-Account aktiv. Dazu kommt ein neues Video, in dem unter anderem Notenbank-General Ewald Nowotny ein Loblied auf den roten Hofburg-Anwärter anstimmt. Neu ist auch der Slogan "Einer von uns, einer für uns".

Ging es im ersten Video der Hundstorfer-Kampagne noch darum, dass sich der Kandidat selbst dem Wählervolk vorstellt, sind es nun seine Unterstützer, die die Persönlichkeit des früheren ÖGB-Chefs und Sozialministers würdigen. Dabei wird Hundstorfer vor allem als mit Menschlichkeit agierender Problemlöser positioniert.

rudolf hundstorfer

Schwierigkeiten ist er tatsächlich gewöhnt, etwa als er als ÖGB-Präsident die Krise der vormaligen Gewerkschaftsbank Bawag zu handeln hatte. Deren damaliger Generaldirektor Nowotny würdigt dann auch Hundstorfers Zuverlässigkeit, Menschlichkeit und gute Nerven. Der vormalige Alpine-Personalchef Michael Pichler meint rückblickend auf die Pleite des Bauriesen, Hundstorfer habe sich ihm damals als "Meister des Zuhörens und Anpackens" präsentiert. Snjezana Brajinovic, die als Zielpunkt-Betriebsratschefin Bekanntheit erlangte, erklärt: "Hundstorfer hat uns geholfen."

Auf Facebook und Twitter postet Hundstorfer vorerst nur die Bitte um Unterstützungserklärungen. Mehr zu bieten hat seine Website, die neben der Präsentation von Baby- und Jugendfotos auch sein "Amtsverständnis" schildert: "Rudolf Hundstorfer möchte die politische Kultur des offenen Dialogs, des Respekts und des Miteinanders als Bundespräsident sichern, fördern und stärken, bei Herausforderungen einfach anpacken." Die Hofburg will er als "Ort des Dialogs" positionieren. Hundstorfer plant dazu regelmäßige Sprechstunden mit den Bürgern, sowohl in der Hofburg als auch zumindest einmal jährlich in jedem Bundesland. Zu "wichtigen Themen" will er Bürgerforen und Podiumsdiskussionen initiieren. Auch eine Autogrammkarte Hundstorfers ist mittlerweile erhältlich.

ÖVP empört über Unterstützung Nowotnys

Der Auftritt von Nationalbank-Gouverneur Nowotny im Video empört die ÖVP. Klubchef Reinhold Lopatka forderte Nowotny mit Verweis auf die Unabhängigkeit der Nationalbank auf, "dass Sie derartige Aktivitäten einstellen". Nowotny wies die Kritik zurück und betonte, im Video nur als Ex-Bawag-Generaldirektor zu sprechen.

Im Video lobt Nowotny die Haltung Hundstorfers, der in der Bawag-Krise an der Spitze des damaligen Bankeigentümers ÖGB stand. "Meine Unabhängigkeit im Sinne des Nationalbank-Gesetzes ist davon in keiner Weise berührt", so Nowotny.

Die Empörung der ÖVP sorgt bei der SPÖ für Verwunderung. In Hundstorfers Büro wurde am Dienstag darauf verwiesen, dass ÖVP-Präsidentschaftskandidatin Benita Ferrero-Waldner im Jahr 2004 offen vom damaligen Nationalbank-Gouverneur Klaus Liebscher unterstützt wurde ("Meine Stimme werde ich der Frau Benita geben"). Lopatka war damals VP-Generalsekretär. (APA, 23.2.2016)

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