Bill Gates: Apple sollte im iPhone-Streit nachgeben

23. Februar 2016, 08:11
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Microsoft-Gründer gibt FBI in Debatte um Überwachung Recht, während Facebook-Chef Zuckerberg Apple unterstützt

Microsoft-Gründer Bill Gates steht im Streit zwischen Apple und der US-Regierung anders als viele seiner Kollegen aus der Tech-Branche auf der Seite des FBI. Er sehe darin keinen Präzedenzfall, der in Zukunft die Privatsphäre gefährden würde, betonte Gates in einem Interview mit der "Financial Times" von Dienstag.

Gates: "Ist konkreter Fall"

"Das ist ein konkreter Fall, in dem die Regierung nach Zugang zu Informationen fragt", sagte Gates. Sie verlange keinen allgemeinen Zugriff. Die Situation sei nicht anders als bei einer Telekom-Firma oder einer Bank. "Sagen wir mal, die Bank hätte ein Band um die Festplatte gewickelt und gesagt, zwingt mich nicht, dieses Band durchzuschneiden, weil ihr mich dann dazu bringt, es immer wieder zu tun", argumentierte der 60-Jährige.

Apple fürchtet Präzedenzfall

Apple weigert sich, der US-Bundespolizei FBI die geforderte technische Hilfe beim Entsperren des iPhones eines toten Attentäters zu leisten. Konzernchef Tim Cook erklärt, dafür müsste erstmals eine Software geschrieben werden, die es möglich macht, den Passwort-Schutz auszuhebeln. Die US-Behörden betonen zwar, das Programm solle nur auf dem einen Gerät laufen können und könne danach auch gelöscht werden. Apple befürchtet jedoch, dass daraus ein Präzedenzfall wird, und dass die Software in falsche Hände geraten könnte.

Politisch heikel

Es ist ein politisch heikler Fall: Das iPhone wurde von Syed Rizwan Farook genutzt, der gemeinsam mit seiner Frau Anfang Dezember im kalifornischen San Bernardino 14 Menschen erschoss. Die Chefs von Twitter oder WhatsApp stellten sich dennoch hinter Apple. Auch Microsoft unterstützte über eine Industriegruppe die Position des iPhone-Konzerns. Gates ist bei dem von ihm mitgegründeten Windows-Riesen nicht mehr ins operative Geschäft involviert.

Zuckerberg: "Ziemliche Sympathie für Apple"

Facebook-Chef Mark Zuckerberg sprach am Montag beim Mobile World Congress in Barcelona davon, "ziemliche Sympathie" für die Position von Apple und Konzernchef Tim Cook zu haben Facebook sei sich als große Plattform der Verantwortung bewusst, wenn es darum gehe, Terrorismus zu verhindern.

"Das ist uns wichtig", so Zuckerberg. Zugleich glaube er nicht, dass Hintertüren in Geräten jemals ein effizienter Weg sein werden, um für mehr Sicherheit zu sorgen. (APA, 23.2.2016)

  • Bill Gates ist die erste renommierte IT-Koryphäe, die Apple zur Entsperrung des iPhones aufruft
    foto: reuters/stapleton

    Bill Gates ist die erste renommierte IT-Koryphäe, die Apple zur Entsperrung des iPhones aufruft

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