800 Dollar für eine VR-Brille: HTC mit Preis der Vive "wirklich happy"

24. Februar 2016, 12:22
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Die VR-Brille kommt im April mit zwei Controllern und zwei Basisstationen auf den Markt

Während der Smartphone-Markt HTC immer weiter entgleitet, versucht das Unternehmen am Zukunftsmarkt Virtual Reality Fuß zu fassen. Am Mobile World Congress gab HTC bekannt, wieviel die VR-Brille Vive kosten wird: um rund 800 US-Dollar ist man ab April dabei. Viel Geld für eine Technologie, von der sich erst zeigen muss, ob sie sich im Wohnzimmer neben Spielkonsole und TV etablieren kann. Bei HTC ist man mit dem Preis allerdings "wirklich happy", wie VR-Vice-President Dan O’Brien im Gespräch mit dem WebStandard sagte.

"Ein komplettes Paket"

Die Vive sei "ein komplettes Paket", so O’Brien. Im Preis inkludiert sich zwei Controller, mit der Nutzer durch die virtuelle Welt steuern können und zwei Basisstationen um die Position des Nutzers zu erfassen. Der HTC-Manager spielt mit der Betonung auf "komplettes System" wohl auf den Rivalen Oculus an, dessen VR-Brille Rift zwar um 200 Dollar billiger ist, allerdings nur mit einem Xbox-Controller im Lieferumfang auf den Markt kommt. Ein ähnlicher Bewegungs-Controller soll später folgen.

Nicht nur Spiele

Zunächst wird die Vive stark auf Gaming fokussiert sein. Mit Valve hat HTC einen Partner gefunden, der passende Inhalte über seine Plattform Steam liefern wird. Zum Marktstart werden zwei Games beigelegt. Spieleentwickler seien Pioniere, die die Erschaffung von Inhalten für solche Plattformen sehr gut beherrschten. Gamer seien außerdem auch oft Early Adopter. Neue Technologien lassen sich dieser Zielgruppe eher schmackhaft machen als Durchschnittsnutzern.

Spiele sollen aber nicht das einzige Anwendungsgebiet für die VR-Brille bleiben. HTC schweben auch professionelle Einsatzzwecke vor – etwa um Autos zu designen oder im medizinischen Bereich. O’Brien nennt als Beispiel Computertomographie: Ärzte könnten dann praktisch im Gehirn umherspazieren. Wieviele Apps und Spiele zum Start der Vive im April insgesamt zur Verfügung stehen werden, wollte O’Brien noch nicht verraten. Mehr Details verspricht er zur Games Developer Conference Mitte März in San Francisco.

Auf die Frage, ob Nutzer wie mit der Vive auch eigene 360-Grad-Videos wie bei Samsungs Gear VR oder Googles Cardboard ansehen können, reagierte O’Brien etwas ausweichend. Mit der HTV Vive wolle man darauf fokussieren, den Nutzer inmitten des Contents zu platzieren, mit dem er interagieren kann. Das sei etwas anderes, als nur ein Video anzusehen. Auch 360-Grad-Videos steckten wie interaktive VR-Inhalte noch in den Kinderschuhen und es werde verschiedene Plattformen geben, die beide Arten von Inhalten anbieten.

Keine Platzprobleme

Befürchtungen, dass das gesamte System im Wohnzimmer zu viel Platz einnehmen wird, teilt O’Brien nicht. HTC habe versucht ein flexibles, skalierbares System zu schaffen. Die Basisstationen können maximal fünf Meter voneinander entfernt stehen. Das sei aber nicht zwingend notwendig, je nach Spiel ist auch eine geringere Fläche möglich. Nutzer können beispielsweise auch sitzen. Damit man bei dynamischeren Games mit dem Headset vor Augen nicht gegen Wände oder Möbel läuft, ist die Vive mit einem Sicherungssystem ausgestattet. Kommt man zu nahe an ein Objekt oder einen anderen Menschen, wird eine Frontkamera aktiviert, die das reale Bild über das virtuelle einblendet.

Entwickler würden auch darauf eingehen, dass Nutzer nicht endlos viel Platz zu Hause haben. So werden einige Games bzw. Inhalte entsprechend auf die verfügbare Fläche skaliert werden können. Andere Entwickler lösen das Platzproblem mit der Möglichkeit sich in der virtuellen Realität von einem Ort zum nächsten "teleportieren" zu können.

HTC hofft, die Nutzer möglichst lange in der Vive-Umgebung zu halten. So kann die Frontkamera auch eingeschaltet werden, um kurz Dinge in der realen Welt zu erledigen, beispielsweise am Computer zu tippen. Ob das auch den Nutzern als idealer Zeitvertreib vorschwebt, wird sich zeigen. (Birgit Riegler aus Barcelona, 24.2.2016)

Hinweis im Sinn der redaktionellen Richtlinien: Die Reise zum Mobile World Congress nach Barcelona erfolgte auf Einladung von Samsung.

Nachlese

Virtual Reality: HTC Vive erscheint im April für 800 Dollar

  • Die HTV Vive kommt im April auf den Markt.
    foto: afp photo / sam yeh

    Die HTV Vive kommt im April auf den Markt.

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