Staatsanwaltschaft bot Akt WKStA zur Übernahme an

22. Februar 2016, 17:05
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Korruptionsstaatsanwaltschaft prüft mögliche Übernahme – Grazer Staatsanwaltschaft

Graz/Wien – Das Ermittlungsverfahren rund um Abgabenhinterziehung, Schwarzgeldzahlungen und Betrug beim ehemaligen Fußball-Bundesligisten GAK könnte möglicherweise von der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) übernommen werden. Die Staatsanwaltschaft Graz hat den Fall der WKStA zur Übernahme angeboten. Nun wird der mögliche Wechsel geprüft.

Seit mehr als acht Jahren beschäftigt die Causa das Grazer Gericht und die Staatsanwaltschaft. Die Ermittlungen zogen sich vor allem durch ein neues Gutachten hin, nachdem der Austausch des ersten Sachverständigen Fritz Kleiner wegen möglicher Befangenheit erzwungen wurde. Das neue Gutachten sollte eigentlich seit Monaten fertig sein, gelangte aber bisher noch immer nicht bei der Staatsanwaltschaft Graz ein.

Prozessverzögerung in Kauf genommen

Die WKStA übernimmt Fälle in Wirtschaftsstrafsachen mit fünf Millionen Euro übersteigenden Schadensbeträgen. Das GAK-Verfahren wird diese Grenze überschreiten, weshalb der Akt ohnehin besser bei der WKStA angesiedelt sei, erklärte Hansjörg Bacher, Sprecher der Staatsanwaltschaft Graz. Die Ankläger in der steirischen Landeshauptstadt seien derzeit mit einer "atypisch hohen Anzahl von Großverfahren" – wie etwa den mutmaßlichen Jihadisten oder auch dem Amokfahrer Alen R. – beschäftigt. Besonders der bisherige GAK-Staatsanwalt Johannes Winklhofer ist momentan mit umfangreichen Verfahren eingedeckt. Deshalb wog man in Graz ab und entschied, den Fall der WKStA anzubieten, auch wenn sich dann ein neuer Staatsanwalt in den Fall einlesen muss und es zu einer weiteren Prozessverzögerung kommen könnte.

Norbert Hauser, Sprecher der WKStA, bestätigte am Montag auf APA-Anfrage, dass die Grazer Kollegen die Übernahme angeboten haben. Der Akt sei aber noch nicht zur Prüfung eingelangt. Sobald er da ist, werde innerhalb weniger Tage über die mögliche Übernahme des Falles entschieden. Man stehe einer Übernahme "grundsätzlich positiv gegenüber". Sollte das Verfahren künftig die WKStA betreuen, müsse der Fall nicht zwangsläufig von der im Vorjahr in Graz eröffneten Niederlassung übernommen werden. Wer welche Akten betreut, sei unabhängig vom Ermittlungsort, erklärte Hauser. (APA, 22.2.2016)

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