Wie der Wolf böse wurde

    Rezension25. Februar 2016, 07:00
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    Ein Buch über den "bösen Wolf" zeigt, dass er eigentlich einmal ein ganz netter Kerl war

    Warum ist der Wolf in Kindergeschichten meist böse? Warum will er alle erschrecken, jagen oder auffressen? Kinder, die zwei, drei Jahre alt sind, wissen, warum – wenn sie das Pappbuch von Jean Leroy und Matthieu Maudet eifrig studieren. In "Wenn wir groß sind" wird gezeigt, wie aus einem süßen Tier eine Kinderbuch-Bestie wird.

    Rotkäppchen und drei kleine Schweine sitzen in einer Sandkiste und spielen das Spiel "Wenn ich einmal groß bin". Das Mädchen will Feuerwehrfrau werden. Warum? "Dann spritze ich den Wolf nass – von oben bis unten." Das Schweinchen will Polizist werden. Warum? "Dann stecke ich den Wolf ins Gefängnis."

    Die Autoren zeigen einen grimmig dreinschauenden Wolf. Auch die anderen wollen es dem Wolf so richtig zeigen. Dann hört man jemanden weinen, es ist ein Wolfskind, das alle gemein findet – und nach Rache sinnt. Dass er alle auffressen will – mit Haut und Haar –, wer kann ihm das verdenken? Keine Sorge, so grässlich brutal wird es nicht: Das ist dann eine andere Geschichte. (Peter Mayr, 25.2.2016)

    • Jean Leroy, Matthieu Maudet, "Wenn wir groß sind". € 10,30 / 26 Seiten, Moritz-Verlag, Frankfurt 2016
      foto: moritz verlag

      Jean Leroy, Matthieu Maudet, "Wenn wir groß sind". € 10,30 / 26 Seiten, Moritz-Verlag, Frankfurt 2016

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