Erboster Spieler zeigt Schiri die rote Karte

22. Februar 2016, 14:17
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Turbulente Szenen in der Türkei: Vier Trabzonspor-Spieler wurden ausgeschlossen. Einer drehte den Spieß um: "Gegen zwölf Mann spielen zu müssen, war ungerecht"

Istanbul – Die türkische Meisterschaftspartie zwischen Galatasaray Istanbul und Trabzonspor wird als Skandalspiel in die Geschichte eingehen. Referee Deniz Ates Bitnel gingen die Karten am Sonntag locker von der Hand, nach zwei Platzverweisen standen die Gäste aus Trabzon nur noch mit acht Feldspielern auf dem Rasen. Dann gab Bitnel beim Stand von 1:1 auch noch einen Strafstoß, und die Stimmung kochte über.

Galatasaray-Kapitän Selcuk Inan verwandelte den Elfmeter in der 89. Minute zum entscheidenden 2:1. Und Salih Dursun reichte es. Während seine Mitspieler im Rudel um den Schiedsrichter standen und protestierten, duckte sich der Rechtsverteidiger zwischen seinen Kollegen durch, riss Bitnel die rote Karte aus der Hand, hob sie auf – und zeigte sie dem Schiedsrichter.

Die Folge: Auch Dursun sah Rot. Es war die dritte Rote Karte von vier. Eine Minute später wurde auch Luis Pedro Cavanda wegen einer Unsportlichkeit ausgeschlossen.

foto: apa/afp
Salih Dursun greift zur roten Karte.

"Gegen zwölf Mann spielen zu müssen war eine Ungerechtigkeit. Ich habe die Karte gezeigt, damit der Gegner nur noch zu elft ist", sagte der Spieler. "Salih Dursun hat heute dem türkischen Fußball die rote Karte gezeigt", erklärte Trabzons Präsident Muharrem Usta. "Der Fußball in diesem Land muss sich ändern. Ab morgen wird alles anders sein." Auf der Website des Vereins wird man jetzt mit einer Aufnahme der Szene begrüßt, betitelt mit "Schwarzer Abend für den türkischen Fußball".

Einige Trabzonspor-Fans ließen ihren Ärger am Fußballverband TFF aus und protestierten in der Nacht vor dessen Bürogebäude in Trabzon. Auf Fernsehbildern der Nachrichtenagentur DHA waren an die Wände gesprühte Slogans und eingeschlagene Fenster zu sehen. Welche Strafen dem Verein und Salih Dursun nun drohen, ist ungewiss. Vom TFF gab es noch keine Stellungnahme. (APA, 22.2.2016)

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