Österreichischer Exportrekord mit Schattenseiten

22. Februar 2016, 17:34
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Die USA, Mexiko, Polen und Tschechien nahmen mehr heimische Produkte ab. Russland brach ein, auch China schrumpfte leicht

Wien – Österreichs Exportwirtschaft hat die globalen Turbulenzen im Vorjahr schon ordentlich zu spüren bekommen. Zwar ging sich insgesamt dank starker Ausfuhrzuwächse in die USA, nach Mexiko, Indien und in osteuropäische Märkte wie Polen und Tschechien noch ein Plus von 2,6 Prozent aus, doch andere Märkte liefen weit schlechter.

Neben einem satten Minus von 40 Prozent bei den Lieferungen nach Russland schrumpfte das China-Geschäft – lange Zeit die Exportlokomotive – um 0,9 Prozent. Mit 7,2 Prozent stark rückläufig war auch der Handel mit dem rezessionsgeplagten Brasilien. Noch massiver schrumpften die Ausfuhren nach Frankreich (11,3 Prozent).

USA auf Platz zwei

Die USA haben als Abnehmer österreichischer Produkte mit einem Plus von 16,6 Prozent Italien als Nummer zwei abgelöst. Der starke Dollar wirkte sich hier positiv aus. Ebenfalls gut lief der Handel mit dem Hartwährungsland Schweiz, der um sechs Prozent zulegte.

Unter dem Strich führte Österreich 2015 Waren im Wert von 131,4 Milliarden Euro aus – ein neuerlicher Rekord. Die Einfuhren betrugen 132,6 Milliarden. Das Handelsbilanzminus schrumpfte damit auf 1,2 Milliarden Euro. Deutlich besser fällt die Außenwirtschaftsbilanz aus, wenn die Dienstleistungen eingerechnet werden.

Die Exporte insgesamt legten in dieser Berechnung um gut drei Prozent auf 184 Milliarden Euro zu. Der Überschuss im Außenhandel wuchs auf gut elf Milliarden Euro. Das sei eine "herzeigbare Bilanz", wie Wirtschaftskammerchef Christoph Leitl bei der Präsentation der Zahlen erklärte.

Neue Innovationszentren

Außenwirtschaftsleiter Walter Koren setzt nun auf die Einrichtung weiterer Innovationszentren in den Außenhandelsstellen. Zudem sollen Start-up-Initiativen Jungunternehmern den Zugang zu internationalen Märkten, Partnern und Finanzierungen erleichtern. Als konkrete Beispiele nannte Koren Boston, wo man sich auf Bio- und Medizintechnologie konzentrieren will, Tel Aviv (IT-Sicherheit) und Mumbai. Auch der Kreativbereich mit den Branchen Film, Musik, Fashion und Design soll gestärkt werden. (as, 22.2.2016)

  • Am Ende ging sich unter dem Strich ein kleines Plus aus, unberührt von den globalen Turbulenzen blieb aber auch Österreich nicht.
    foto: apa/artinger

    Am Ende ging sich unter dem Strich ein kleines Plus aus, unberührt von den globalen Turbulenzen blieb aber auch Österreich nicht.

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