Grüne fürchten um Teile des Wiener Straßenbahnpakets

22. Februar 2016, 10:26
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Maresch: Wiener Linien haben Projekte auf Eis gelegt – Verkehrsbetriebe verweisen auf laufende Planungen, Öffi-Stadträtin Sima kann Zweifel nicht nachvollziehen

Wien – Noch vor der Wien-Wahl hat die rot-grüne Stadtregierung ein Öffi-Ausbauprogramm bis 2020 beschlossen. Der grüne Verkehrssprecher Rüdiger Maresch fürchtet nun, dass Teile des darin enthaltenen Straßenbahnpakets nicht kommen. Er will erfahren haben, dass Projekte von den Wiener Linien auf Eis gelegt wurden, wie er der APA sagte. die Verkehrsbetriebe verweisen auf noch laufende Planungen.

Das Maßnahmenpaket, das die damalige Öffi-Stadträtin Renate Brauner (SPÖ) und Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) am 27. Juni 2014 in einer gemeinsamen Pressekonferenz vorstellten, beinhaltet neben dem U2/U5-Ausbau die Verlängerung des O-Wagens auf das Nordbahnhofgelände ab 2018 und des D-Wagens vom Hauptbahnhof bis zur Gudrunstraße ab 2019.

Um diese Linien macht sich Maresch keine Sorgen. Ihm geht es um die ebenfalls vereinbarte und teure Ausweitung der Linien 25 und 67. "Das wurde meinen Informationen zufolge ad acta gelegt", sagte der Grüne. Damit komme die Ausweitung nicht mehr – wie beschlossen – in dieser Legislaturperiode. Die Wiener Linien würden stattdessen den Bau des ersten U5-Abschnitts (Karlsplatz bis Altes AKH) beziehungsweise der U2-Verlängerung (Rathaus bis Matzleinsdorfer Platz) vorantreiben wollen.

Grüne pochen auf Umsetzung

Bei den von Maresch geforderten Straßenbahnstrecken geht es einerseits um die Erschließung der südlichen Seestadt Aspern inklusive Verlängerung quer durch das Stadtentwicklungsgebiet bis zur Station Aspern Nord durch den 25er. Andererseits soll der 67er vom Reumannplatz künftig über Monte Laa bis zur Siedlung Süd-Ost fahren. Denn der Abschnitt Reumannplatz bis Oberlaa wird mit der für 2017 anberaumten Eröffnung der U1-Verlängerung obsolet.

Laut Maresch ebenfalls hintangestellt wurde die "Wienerbergtangente" beziehungsweise der Bau einer durchgehenden Bustrasse für den 15A bis 2017. Derzeit fährt die Linie im fließenden Verkehr. Maresch pocht auf die Umsetzung des gesamten Pakets bis spätestens 2020 – was machbar sei, weil rein technisch nicht mehr als zweieinhalb Jahre von Beginn der Vorplanungen bis zur Eröffnung benötigt würden.

Die Wiener Linien wollten sich auf APA-Anfrage zu konkreten Zeitplänen nicht äußern. Man sei mitten in den Planungsarbeiten zum Öffi-Paket, sagte ein Sprecher: "Es gibt noch kein fixfertiges Papier." Man arbeite derzeit daran, welche Linie wann wo eröffnet wird. Details wollen die Verkehrsbetriebe der Stadtregierung im Lauf des Frühjahrs vorlegen. Mit dem U2/U5-Ausbau habe das Straßenbahnpaket aber nichts zu tun, das seien zwei unterschiedliche Dinge.

Mehrere hundert Millionen Kosten laut Grobberechnung

Die Gesamtkosten für die Straßenbahnprojekte hatte Vassilakou im Sommer 2014 auf 350 bis 400 Millionen Euro geschätzt. Wie viel die einzelnen Projekte kosten werden, wollen die Wiener Linien ebenfalls noch nicht beziffern. Zuletzt hatte die MA 18 (Stadtplanung) im Jahr 2013 eine Grobberechnung durchgeführt. Darin werden die Vorhaben für den 67er mit mindestens 50 Millionen Euro netto beziffert, jene für den 25er mit rund 45 Millionen. Für die Ausweitung der Linie O wurden damals 20 Millionen veranschlagt.

Im Büro von Öffi-Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) kann man die Aufregung Mareschs nicht verstehen. "Seit der Neubildung der Koalition ist über dieses Thema noch überhaupt nicht gesprochen worden", sagte eine Sprecherin. "Wir können überhaupt nicht nachvollziehen, woher die Zweifel am Ausbauprogramm kommen." (APA, 22.2.2016)

  • Die Wiener Straßenbahnlinie 67 wurde im Zuge des U1-Ausbaus verlegt. Ihre Verlängerung scheint nun nicht mehr fix.
    foto: wiener linien/manfred helmer

    Die Wiener Straßenbahnlinie 67 wurde im Zuge des U1-Ausbaus verlegt. Ihre Verlängerung scheint nun nicht mehr fix.

  • Der geplante Öffi-Ausbau stockt laut den Wiener Grünen.
    foto: österreichisches institut für raumplanung/wien.gv.at

    Der geplante Öffi-Ausbau stockt laut den Wiener Grünen.

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