992 Polizisten wurden im Vorjahr bei Angriffen verletzt

22. Februar 2016, 10:16
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Gewerkschaft fordert stärkeres Durchgreifen der Justiz

Wien – 992 Polizisten sind im Jahr 2015 im Dienst durch Fremdeinwirkung verletzt worden, 94 davon schwer. Im Vergleich zu den Jahren davor sei dies ein Anstieg, berichtete der "Kurier": Zwischen 2009 und 2012 seien durchschnittlich jeweils 925 Polizisten bei Einsätzen von Angreifern verletzt worden, Schwerverletzte habe es pro Jahr im Schnitt 61 gegeben.

Die Polizeigewerkschaft fordert ein stärkeres Durchgreifen der Justiz. "Vor einigen Monaten war jemand vor Gericht, der eine Polizistin fast totgewürgt hat. Der kam mit einer Diversion davon", kritisierte Gewerkschaftsvorsitzender Hermann Greylinger (Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter, FSG). Die Höchststrafe für Angriffe auf Polizisten wurde zuletzt von fünf auf drei Jahre reduziert. "Es würde ja schon ausreichen, diesen Rahmen auszunützen", meinte Greylinger.

Elf Polizisten sind in den vergangenen zwölf Jahren laut "Kurier" in Ausübung ihres Dienstes gestorben. Die Polizei hat in den vergangenen sechs Jahren acht Menschen erschossen. Nur in einem Fall ist der Schütze verurteilt worden: Ein Polizist, der einen 14-Jährigen bei einem Einbruch in einen Supermarkt in Krems in Niederösterreich getötet hatte, erhielt acht Monate bedingter Haft wegen fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen. (APA, 22.2.2016)

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