Ostlibyen: Armee meldet Erfolge gegen Islamisten

22. Februar 2016, 08:48
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Der strategisch wichtige Hafen von Marisa soll eingenommen worden sein

Tripolis – Im Osten Libyens hat die Armee der dortigen Regierung nach eigenen Angaben islamistische Kämpfer zurückgedrängt. Die Libysche Nationale Armee teilte am Sonntag mit, sie habe in Benghazi, der zweitgrößten Stadt des Landes, mehrere Regionen erobert und den strategisch wichtigen Hafen von Marisa eingenommen.

Sie habe auch die Kontrolle über die Stadt Ajdabiya rund 150 Kilometer südlich von Benghazi errungen. Eine dauerhafte Einnahme Marisas wäre für die Armee ein wichtiger Erfolg, denn über diesen Hafen erhalten die islamistischen Gruppen Waffenlieferungen. Ein Armeesprecher sagte, dieser Versorgungsweg sei nun komplett abgeschnitten.

Seit dem Sturz des Machthabers Muammar Gaddafi im Jahr 2011 versinkt Libyen im Chaos. Lange konkurrierten zwei Regierungen um die Vorherrschaft, Milizen bekämpften sich gegenseitig. Das Machtvakuum nutzten islamistische Gruppen aus. Der sogenannte Islamische Staat (IS), der bereits weite Gebiete in Syrien und im Irak unter Kontrolle hat, fasste in Libyen immer mehr Fuß. So eroberten mit dem IS verbündete Milizen die Stadt Sirte westlich von Ajdabiya.

Inzwischen einigten sich die libyschen Konfliktparteien unter Vermittlung der Vereinten Nationen auf die Bildung einer Einheitsregierung. Der Westen erhofft sich davon ein Ende der Kämpfe in dem nordafrikanischen Land und ein härteres Vorgehen gegen den IS. (APA, 22.02.2016)

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