BBCs "Her Story" über Frauen und Macht: Putins schlimmster Albtraum

21. Februar 2016, 16:54
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Porträtiert werden nicht nur Frauen in hohen Ämtern, sondern auch solche, die in extrem patriarchalen Gesellschaften Verantwortung übernehmen

Wie setzt man Wladimir Putin unter Druck? Wirtschaftssanktionen? Aber nein! Militäraktionen? Aber geh! Indem man einen Bären mit bloßen Händen niederringt? Schon besser.

Dalia Grybauskaitee, litauische Staatspräsidentin, hat es herausgefunden: Unbehaglich wird ihm, wenn er es mit einer selbstbewussten Frau zu tun bekommt, die sich von seiner Macho-Attitüde nicht beeindrucken lässt – wunderschön zu sehen im ersten Teil der Doku-Serie Her Story – The Female Revolution, BBC World News. "Putin hat Angst vor Frauen", wird Michail Chodorkowski, Widersacher des russischen Präsidenten, zitiert: "Sollte Hillary Clinton Präsidentin werden, wäre das Putins schlimmster Albtraum."

Nun, dieses Szenario hat Chancen auf Verwirklichung: Clinton könnte tatsächlich im November bei den US-Wahlen zur mächtigsten Frau der Welt avancieren. Sie selbst weiß, dass das bloß eine Etappe auf dem Weg zu echter Gleichberechtigung wäre: "O. k., gönnen wir Frauen uns ein bisschen Applaus für das, was wir schon alles erreicht haben. Aber jetzt ist es schon wieder genug: Wir müssen weitermachen!"

Her Story porträtiert aber nicht nur Frauen in hohen Regierungsämtern wie Michelle Bachelet in Chile oder Margot Wallström in Schweden, sondern auch solche, die in extrem patriarchalen Gesellschaften Führungsverantwortung übernehmen. Da ist zum Beispiel Chhavi Rajawat: Sie ist Bürgermeisterin eines indischen Dorfs und muss bei den Frauenrechten ganz weit unten anfangen: Als sie eine Mutter (!) fragt, wie viele Kinder sie habe, antwortet diese: "Vier Söhne." – "Und Ihre zwei Töchter, zählen die nicht?" – Zögern, dann: "Doch." Es ist noch ein sehr weiter Weg für diese Mädchen. (Gianluca Wallisch, 22.2.2016)

Trailer: "Her Story"

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