Türkei: Drei regierungsnahe Journalisten vorübergehend entführt

21. Februar 2016, 15:45
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Am Freitag gekidnappt, am Sonntag wieder freigelassen – Nachrichtenagentur Anadolu machte PKK verantwortlich – Aber kein Bekenntnis der verbotenen Kurden-Partei

Ankara – In der Türkei sind drei Journalisten der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu offenbar von Mitgliedern der Kurdischen Arbeiterpartei PKK vorübergehend entführt worden. Der Vorfall habe sich im kurdischen Südosten des Landes ereignet, berichtete die Agentur am Sonntag. Die drei Journalisten wurden demnach mehr als 48 Stunden lang festgehalten, kamen dann aber wieder frei.

Sie wurden demnach am Freitag im Bezirk Nusaybin der anatolischen Provinz Mardin verschleppt, am Sonntag dann frei gelassen. Anadolu Ajansi machte die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) für die Entführung verantwortlich. Diese bekannte sich aber nicht zu der Tat. Aus Sicherheitskreisen verlautete, die Journalisten – ein Korrespondent, ein Fotograf und ein Kameramann – hätten ohne Genehmigung in einer PKK-Hochburg gedreht. Anadolu ist die größte Nachrichtenagentur der Türkei. Sie verfügt über ein großes Korrespondentennetzwerk im In- und Ausland und gilt als regierungsfreundlich.

Die Organisation gilt in der Türkei, in der EU und in den USA als terroristische Vereinigung und kämpft seit drei Jahrzehnten für mehr Autonomie in den Kurdengebieten. Seit dem Ende eines Waffenstillstands im Juli kommt es im Südosten der Türkei zu schweren Auseinandersetzungen. Türkische Sicherheitskräfte und PKK-Kämpfer liefern einander in Nusaybin und anderen Kurdengebieten im Südosten des Landes seit drei Monaten heftige Gefechte, bei denen bereits mehr als 200 Zivilisten getötet worden sein sollen. Außerdem beschießt die Türkei seit einer Woche Stellungen der Kurdenmiliz YPG im Norden Syriens. Die Kurden waren dort zuletzt vorgerückt und hatten andere Rebellen aus mehreren Ortschaften verdrängt. (APA, Reuters, 21.2.2016)

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