Ukraine gedachte der Opfer von Maidan-Aufständen vor zwei Jahren

Ansichtssache20. Februar 2016, 17:45
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Präsident Petro Poroschenko stellte Kerzen an einer Gedenkstätte auf

Kiew – Überschattet von einer tiefen Regierungskrise hat die Ukraine der Opfer der blutigen Ausschreitungen auf dem Maidan in Kiew vor zwei Jahren gedacht. Präsident Petro Poroschenko stellte mit seiner Frau Marina am Samstag Kerzen an einer Gedenkstätte auf. Hunderte Menschen kamen im Laufe des Tages auf den zentralen Unabhängigkeitsplatz (Maidan). Viele trugen Uniform.

Bei den schweren Protesten im Februar 2014, als der Aufstand gegen den damaligen Machthaber Viktor Janukowitsch seinen Höhepunkt erreichte, waren rund 100 Menschen getötet worden. Viele wurden von Scharfschützen erschossen. Vor allem am 20. Februar kamen damals zahlreiche Menschen um. Kritiker werfen der ukrainischen Führung vor, die Ermittlungen zu dieser Tragödie zu verschleppen.

Reformprojekte werden behindert

Poroschenko sagte bei einem Treffen mit Angehörigen der Opfer, es sei nicht hinnehmbar, dass die Untersuchungen nicht vorankämen. Eine geplante Justizreform sei für den Erfolg unabdingbar, betonte er. Die schwere Regierungskrise in der Ukraine behindert derzeit umfassende Reformprojekte. Die proeuropäische Koalition von Ministerpräsident Arseni Jazenjuk war am Donnerstag auseinandergebrochen. Beobachter halten Neuwahlen in der Ex-Sowjetrepublik dadurch für sehr wahrscheinlich.

Armee lässt Preister frei

Die ukrainischen Armee und prorussische Kämpfer in der Ostukraine haben am Samstag erstmals seit Jahresbeginn Gefangene ausgetauscht. Wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten, übergaben die gegen die Regierung in Kiew kämpfenden Rebellen auf einer Straße in der Nähe der Ortschaft Marinka bei Donezk drei ukrainische Soldaten. Die Armee übergab fünf Rebellen und einen orthodoxen Priester.

Später berichtete der ukrainische Geheimdienst SBU von der Übergabe eines weiteren Soldaten, den die Rebellen im August 2015 gefangen genommen hätten. Zuletzt hatte es im vergangenen Oktober einen derartigen Gefangenenaustausch gegeben.

Die Rebellen in den selbstproklamierten Volksrepubliken Luhansk (Lugansk) und Donezk vermuten, dass sich noch mehr als 2000 Kämpfer und Zivilisten in der Hand der Regierungstruppen befinden. Kiew veranschlagt die Zahl der von den Rebellen festgehaltenen Soldaten und Zivilisten auf 134.

(APA, red, 20.2.2016)

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