Trump ruft zum Boykott von Apple auf

20. Februar 2016, 09:16
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Konzerns weigert sich, das FBI beim Entsperren eines iPhones eines Terroristen zu unterstützen

Der republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump ruft in den USA zum Boykott von Apple auf. Hintergrund ist eine Weigerung des Konzerns, das FBI beim Entsperren des iPhones eines Attentäters zu unterstützen.

"Boykottiert Apple, bis sie das Passwort rausrücken", sagte Trump am Freitag bei einer Wahlkampfveranstaltung in South Carolina. "Tim Cook macht daraus eine große Nummer, wahrscheinlich um zu zeigen, wie liberal er ist."

"Wenn Apple die Info über die Terroristen nicht an die Behörden gibt, werde ich nur noch Samsung nutzen"

Unter manchen Tweets, die Trump von seinem Twitterprofil sendet, findet sich allerdings der Hinweis, dass er dies mit einem iPhone getan habe. Der 69-Jährige stellte aber rasch klar: "Ich nutze sowohl Apple als auch Samsung. Wenn Apple die Info über die Terroristen nicht an die Behörden gibt, werde ich nur noch Samsung nutzen, bis sie die Info rausgeben."

Eine Forderung die Edward Snowden via Twitter kommentierte.

Apple war von einer US-Richterin angewiesen worden, dem FBI das Entsperren des iPhones zu ermöglichen. Das iPhone, um das es geht, war von Syed Rizwan Farook genutzt worden, der gemeinsam mit seiner Frau Anfang Dezember 14 Menschen im kalifornischen San Bernardino erschoss. Das Paar, das die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) unterstützt haben soll, starb in einem Gefecht mit der Polizei.

Unter anderem soll der Konzern per Software-Eingriff die Funktion abschalten, die alle Daten löscht, wenn zehn Mal das falsche Passwort eingegeben wurde. Apple-Chef Cook entgegnete, eine solche Software überhaupt zu entwickeln, würde die Sicherheit für alle schwächen. Am Freitag erhöhte die US-Regierung den Druck auf Apple. Das Justizministerium forderte Apple schriftlich auf, den Anordnungen des Gerichts zu folgen.

Datenschutz und nationale Sicherheit

Die Auseinandersetzung dreht sich um die Grenzen zwischen Datenschutz und nationaler Sicherheit. Wie weit dürfen Sicherheitsbehörden auf persönliche Daten zugreifen, um Anschläge und andere Verbrechen zu verhindern? In den USA wird dieser Grundsatzstreit nun neu aufgerollt – im Zentrum steht dabei Apple. Stellvertretend für die gesamte Technologiebranche sieht sich der Konzern mit der Aufgabe konfrontiert, die Privatsphäre von Kunden und damit eigene Geschäftsgeheimnisse gegen die Auskunftsansprüche der Behörden zu verteidigen. (APA,red, 20.2. 2016)

  • Donald Trum nutzt vorerst ein Samsung-Handy.
    foto: reuters

    Donald Trum nutzt vorerst ein Samsung-Handy.

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