Auktionsbranche: Leiser Saisonstart in Österreich

19. Februar 2016, 18:19
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Ersten Auktionen folgt die vorläufig letzte Messe im Künstlerhaus

Auf internationaler Ebene notiert man erste Erfolge, hierzulande startete die Saison auf leiseren Sohlen. Die Vorhut bildet die Auktionsbranche: Die Ende Jänner bei "im Kinsky" anberaumte Versteigerung zeitgenössischer Kunst spielte knapp zwei Millionen Euro ein, kommende Woche folgt (23./24. 2.) die 110. Auktion.

"Kostbarkeiten" titelt sie, was Erwartungen weckt, die sich nur bedingt erfüllen. Darüber kann auch Coverstar Alfons Waldes "Einsamer Berghof" (Taxe 70.000-140.000 Euro) nicht hinwegtäuschen. Die aus dem Vorjahr verbliebene Spreu, die um des Weizens willen übernommen wurde, ist man nach dem Blick in den Katalog zu vermuten geneigt. Nebst neu Akquiriertem, etwa das Depot eines Kärntner Antiquitätenhändlers, bekommt Unverkauftes eine neue Chance. Schnäppchenjäger werden sich um die knapp 1500 Positionen hoffentlich nur redensartlich prügeln.

Zur dritten Sause hat Otto Hans Ressler (29. 2.) rund 200 Werke zeitgenössischer und klassisch-moderner Kunst versammelt, die nach Rufpreis einen Gesamtwert von 1,75 Millionen Euro repräsentieren. Darunter Gustostücke wie Gerhard Richters "Abstraktes Bild" (432/8) von 1978 (180.000 Euro) oder Herbert Boeckls zuletzt als Leihgabe im Belvedere situiertes "Vier Töchter des Künstlers" (150.000), mit Agnes Husslein-Arcos Mutter Felicitas rechts auf einem Kinderstuhl sitzend.

Mit der 20. Wikam (Wiener Internationale Kunst & Antiquitätenmesse) läuft parallel (27. 2.- 6. 3.) die heimische Messesaison an. 36 Galeristen, Kunst- und Antiquitätenhändler aus Österreich und deren fünf aus Deutschland versammeln sich ein vorläufig letztes Mal im Künstlerhaus. Mit der Schließung am 1. Juli 2016 startet dort dann die gut zweijährige Umbauphase. Ob die Wikam ab Frühjahr 2019 hier ihr temporäres Quartier aufschlagen wird, ist ungewiss. Über die künftige Nutzung der Räumlichkeiten entscheidet die jüngst gegründete Künstlerhaus Besitz- und Betriebs GmbH, an der die Haselsteiner Privatstiftung 76 Prozent hält. (kron, 19.2.2016)

  • Bei Ressler Kunst Auktionen wartet Herbert Boeckls "Vier Töchter des Künstlers 1930" (Rufpreis 150.000 Euro) im Angebot – rechts im Bild seine Tochter Felicitas, die Mutter der Belvedere Direktorin Agnes Husslein-Arco.
    foto: klaus-dieter weber photography

    Bei Ressler Kunst Auktionen wartet Herbert Boeckls "Vier Töchter des Künstlers 1930" (Rufpreis 150.000 Euro) im Angebot – rechts im Bild seine Tochter Felicitas, die Mutter der Belvedere Direktorin Agnes Husslein-Arco.

  • Ein Bestsellermotiv: eine der vielen Motivfassungen des "Einsamen Berghofs" von Alfons Walde (um 1934; Taxe 70.000-140.000 Euro) aus österreichischen Privatbesitz kommt bei "Im Kinsky" unter den Hammer.
    foto: im kinsky

    Ein Bestsellermotiv: eine der vielen Motivfassungen des "Einsamen Berghofs" von Alfons Walde (um 1934; Taxe 70.000-140.000 Euro) aus österreichischen Privatbesitz kommt bei "Im Kinsky" unter den Hammer.

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