Qiu Xiaolong: Jäger und Gejagte

20. Februar 2016, 10:00
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In seinem Krimi "Schakale in Shanghai" bietet der Autor wieder einmal einen Einblick in den chinesischen Alltag

Oberinspektor Chen aus Schanghai ist einflussreichen Parteimitgliedern auf die Zehen getreten und wird aus seinem Job weggelobt. Will er nicht beiseitegeräumt werden, muss Chen sich an die Ermittlung in eigener Sache machen. Zur Tarnung benützt er einen Urlaub in Suzhou, wo er das Grab seines Vaters renovieren lässt und sich so zeitweise der offiziellen Kontrolle entziehen kann. Das hält aber seine Feinde nicht davon ab, ihm Fallen zu stellen und Verbündete umzubringen.

Qiu Xiaolong bietet wieder einmal einen Einblick in den chinesischen Alltag zwischen politischer Repression, Korruption und Heuchelei. Chens neuer Fall ist an die reale Affäre um den einst mächtigen Politiker Bo Xilai angelehnt, der unter anderem wegen eines Mordes seine Karriere beenden musste. In Chens Reflexionen tauchen dazu immer wieder Gedichte aus der klassischen chinesischen Literatur auf; anspielungsreich und doppeldeutig bilden sie einen Subkommentar, was für westliche Leser einen besonderen Reiz ausmacht. (Ingeborg Sperl, Album, 20.2.2016)

  • Qiu Xiaolong, "Schakale in Shanghai". Deutsch: Susanne Hornfeck. € 20,50 / 318 Seiten. Zsolnay, Wien 2016
    foto: zsolnay

    Qiu Xiaolong, "Schakale in Shanghai". Deutsch: Susanne Hornfeck. € 20,50 / 318 Seiten. Zsolnay, Wien 2016

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