USA bombardieren IS-Lager in Libyen

19. Februar 2016, 16:46
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Dutzende Tote – Angriff soll Drahtzieher von Terroranschlägen in Tunesien gegolten haben

Tripolis – US-Kampfflugzeuge haben am Freitag die westlibysche Küstenstadt Sabratha angegriffen und nach Angaben des Bürgermeisters dabei etwa 40 Menschen getötet. Ein Militärsprecher sagte, Ziel der Angriffe sei ein ranghoher tunesischer Extremist gewesen, der in Anschläge in Tunesien im vergangenen Jahr verwickelt gewesen sei.

Die "New York Times" berichtete, bei dem Mann habe es sich um Noureddine Chouchane gehandelt. Er soll hinter den Attentaten auf ein Museum und an einem Strand in Tunesien gesteckt haben. Laut CNN hatten Luftbilder ergeben, dass die Gruppe ein Spezialtraining absolvierte, das offenbar als Vorbereitung für einen Anschlag im Ausland deinen sollte.

Bürgermeister Hussein al-Thwadi sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die Flugzeuge seien gegen 3.30 Uhr Ortszeit gekommen und hätten ein Gebäude im Stadtbezirk Kasr Talil bombardiert, in dem ausländische Arbeiter gewohnt hätten. 41 Menschen seien dabei getötet und sechs verletzt worden. Die Opferzahlen konnten von anderer Seite nicht bestätigt werden.

Sabratha liegt nahe der Grenze zu Tunesien und gilt im Westen auch als ein Gebiet, in dem die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) präsent ist. Tunesische Sicherheitskräfte gehen davon aus, dass IS-Kämpfer aus ihrem Land in Lagern bei Sabratha ausgebildet worden seien.

Der Bürgermeister sagte, Regierungsvertreter hätten den Ort des Geschehens besichtigt. In dem Gebäude seien Waffen gefunden worden. Details nannte er nicht. Unter den Toten seien einige Tunesier, ein Jordanier und zwei Frauen.

Immer wieder Luftangriffe

Im November des Vorjahres starb bei einem US-Luftangriff in Libyen der Iraker Abu Nabil, der in der Terrororganisation Al Kaida und später für die IS-Jihadisten tätig war, kurz darauf wurde Abdurahman Sandhere, ein Anführer der aL Kaida nahestehenden Miliz Al Shabaab getötet.

In Libyen herrscht seit dem Sturz des Machthabers Muammar Gaddafi ein politisches Vakuum. Zwei von unterschiedlichen Rebellengruppen unterstützte Regierungen beanspruchen die Macht. In der Situation hat der IS Fuß gefasst. Seine Hochburg hat er in Sirte. Militärexperten rechnen mit einer Militärintervention des Westens in Libyen, um ein Erstarken des IS wie in Syrien und in Irak zu verhindern. (red/Reuters, 19.2.2016)

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  • IS-Kämpfer in einem Trainingscamp in Libyen. Das Bild zirkuliert seit 5. Februar.
    foto: ap

    IS-Kämpfer in einem Trainingscamp in Libyen. Das Bild zirkuliert seit 5. Februar.

  • Am Freitagnachmittag wurden Bilder des Bombenkraters veröffentlicht
    foto: reuters/sabratha municipality media office

    Am Freitagnachmittag wurden Bilder des Bombenkraters veröffentlicht

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