Eine Tortherapie auf Kosten Rapids

19. Februar 2016, 12:23
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Auch die spanische Presse planiert Rapid nach der denkwürdigen Nacht von Valencia – Barisic: "So wie in der ersten Hälfte darf man sich nicht präsentieren"

Valencia – Es hätte ein weiteres Highlight werden sollen und endete in einem Albtraum. Rapids Hoffnungen auf den Einzug ins Achtelfinale der Europa League wurden am Donnerstag schon im Hinspiel in Valencia brutal zerstört. Mit dem 0:6 im Estadio Mestalla gab es zum Abschluss einer "schönen Reise durch Europa" die höchste Europacup-Niederlage der Vereinsgeschichte.

"Die erste Hälfte war sehr enttäuschend, wir haben uns da nicht gut genug angestellt. So darf man sich, egal auf welchem Niveau, nicht präsentieren", sagte Trainer Zoran Barisic. Seine Elf war von Beginn an nicht präsent, zu wenig aggressiv und wurde von Gegentor zu Gegentor immer anfälliger. "Wir haben die Druckphase am Anfang nicht überstanden. Wenn du gegen eine Topmannschaft wie Valencia innerhalb kurzer Zeit 0:2 in Rückstand gerätst, dann ist es vom Psychologischen her sehr schwer", sagte Barisic. "Die Mannschaft wollte es nur spielerisch lösen. Wenn du aber die Zweikämpfe nicht bestreitest, kannst du gegen keinen Gegner gewinnen."

"Zweite Hälfte war Charaktertest"

Spätestens nach 45 Minuten wurden Erinnerungen an das 0:9 von Österreichs Nationalteam in der EM-Quali gegen Spanien am 27. März 1999 wach. Barisic gab zu, in der Pause die Befürchtung gehabt zu haben, eine ähnlich hohe Niederlage zu kassieren. Aber: "Die zweite Hälfte war ein Charaktertest, den hat die Mannschaft bestanden, da hat sie ein ganz anderes Gesicht gezeigt."

Für Rapid ist das Rückspiel insofern nicht wurscht, als es die letzte Chance ist, den noch fehlenden Sieg zu holen, der für die Saison 2017/18 fünf Europacup-Startplätze für Österreich bringen würde.

Die Doppelbelastung ist danach Geschichte, Rapid hat damit zu Beginn des Frühjahrs gleich zwei Ziele aus den Augen verloren. Vor etwas mehr als einer Woche war bereits im ÖFB-Cup-Viertelfinale gegen die Admira Endstation gewesen. "Wir haben eine schöne Reise durch Europa gehabt – bis zum heutigen Tag. Jetzt müssen wir uns auf die Meisterschaft konzentrieren", sagte Barisic. Da sind die Wiener punktegleich mit Leader Salzburg. Am Sonntag gastiert Rapid bei Sturm Graz. (APA, 19.2.2016)

Spanische Pressestimmen zum Debakel:

"ABC": "Valencia überrollte Rapid Wien. Die Mannschaft präsentiert sich im ersten Akt wie ein Zyklon. Mestalla erlebte endlich wieder eine großartige Nacht, Valencia entwaffnete Rapid völlig und dominierte alle Facetten des Spiels."

"Libertad Digital": "Valencia gönnte sich eine Party gegen Rapid. Es war auch eine Tortherapie für eine Mannschaft, die positive Impulse nötig hat."

"As": "Nevilles Burschen planierten Rapid Wien mit den besten 45 Minuten, an die man sich bei dieser Mannschaft in Europa erinnern kann."

"Marca": "Europa entfesselt Valencia. Warum auch immer, die Hymne der Europa League weckte die Fledermäuse aus ihrer Lethargie. Valencia war entfesselt gegen Rapid Wien, das für das ganze Porzellan zahlen musste, das im Lauf der Saison in Valencia zerbrochen worden war."

"El Pais": "Tortherapie für Valencia. Abgesehen davon, dass Rapid überhaupt nicht auf der Höhe des Spieles war, konfrontierte das valencianische Team die Wiener mit dem Besten, was es zu bieten hatte."

  • "Deppen-Rekord für Rapid" titelt die Bild in ihrer Online-Ausgabe und garniert den Kurz-Bericht über Rapids historische Schlappe mit dem Vorleger "Wiener Würschtel".
    foto: apa/alino

    "Deppen-Rekord für Rapid" titelt die Bild in ihrer Online-Ausgabe und garniert den Kurz-Bericht über Rapids historische Schlappe mit dem Vorleger "Wiener Würschtel".

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