Kinderuni: Strom aus Wind und Wasser

5. Oktober 2016, 10:01
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Im Wind und Wasser steckt viel Kraft. Wie sich damit Strom erzeugen lässt, erklärt Tobias Pröll, Professor für Energietechnik in Wien

Frage: Wie wird aus Wind und Wasser Strom?

Antwort: Dass in Wind und Wasser viel Kraft steckt, weiß man seit längerem: Vor 400 Jahren bauten etwa die Menschen in Holland Windmühlen mit Flügeln aus Holz und Segeltuch, um ihr Getreide zu Mehl zu mahlen. Heute will man mit Windrädern nicht mehr Mehl erzeugen, sondern Strom. Das funktioniert ähnlich wie bei einem Dynamo am Fahrrad: Windräder (wie auch Wasserturbinen) übertragen die Kraft auf eine sich drehende Achse. "Haben wir die Kraft einmal als Drehbewegung, können wir damit Strom erzeugen", sagt Tobias Pröll, der an der Wiener Universität für Bodenkultur arbeitet. "Das funktioniert mit Magneten, die sich innerhalb von Drahtspulen drehen. Das wechselnde Magnetfeld bewirkt, dass in diesen Drahtspulen eine elektrische Spannung entsteht." Wenn man einen Stromverbraucher – zum Beispiel eine Lampe – anschließt, leuchtet sie.

Frage: Wie viel Energie steckt im Wind und im Wasser?

Antwort: Wasserkraft lässt sich mit zirka vier Fünfteln in elektrische Energie umwandeln. Wie viel Energie so gewonnen werden kann, hängt von mehreren Dingen ab: Zum Beispiel davon, wie viel Wasser durch die Turbine fließt und aus welcher Höhe. "Um eine LED-Leuchte mit acht Watt zu versorgen, muss ein Liter Wasser pro Sekunde um einen Meter nach unten fließen", sagt Experte Tobias Pröll.

Bei der Windkraft ist es komplizierter. Da gilt, dass die doppelte Windgeschwindigkeit gleich achtmal so viel Energie liefert und die dreifache Windgeschwindigkeit fast 30-mal so viel wie die einfache Windgeschwindigkeit. (Lisa Breit, 5.10.2016)

Die STANDARD-Kinderuni ist eine Kooperation mit Ö1 und kinderuni.at. Die letzte Ö1-Kinderuni am Sonntag widmete sich dem Thema "Wenn es blitzt und knallt. Elektrizität und Hochspannung." und ist bis Sonntag online nachzuhören. In der nächsten STANDARD-Kinderuni geht es um die Namibische Schwefelperle, den Blauwal unter den Bakterien.

  • Früher gab es Windräder aus Holz und Segeln. So sehen sie heute aus.
    apa/dpa-zentralbild/arifoto ug

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