US-Waffenindustrie bemüht sich um Kinder als Zielgruppe

19. Februar 2016, 07:17
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Bunte Plastikteile an Waffen sollen Sechs- bis Zehnjährige anziehen

Washington – Die US-Waffenindustrie setzt einem Bericht zufolge mit der Herstellung von bunten Revolvern und Gewehren verstärkt auf Kinder als Zielgruppe. Da die Hauptzielgruppe der Industrie, weiße Männer, immer älter werde, bemühten sich die Hersteller mehr und mehr um Kinder, teilte das Violence Policy Centre, das sich gegen Waffen einsetzt, am Donnerstag mit.

Das Zentrum legte einen 54-seitigen Bericht vor, der Sechs- bis Zwölfjährige als neue Zielgruppe der Waffenindustrie ausmacht. Unter die "aggressiven Bemühungen" der Waffenhersteller fällt demnach beispielsweise die Verarbeitung von Plastik, so dass Gewehre auch für Sechsjährige leichter zu halten seien. Neben bunten Farben, unter anderem Pink für Mädchenrevolver, wende sich die Waffenlobby auch an die Eltern und ermutige sie, ihre Kinder so früh wie möglich mit dem Schießen vertraut zu machen.

Laut Statistik werden in den USA im Durchschnitt jeden Tag sieben Kinder und Teenager mit Waffen getötet. US-Präsident Barack Obama, der von einer "Epidemie der Waffengewalt" in den USA spricht, versuchte bereits mehrfach, die laxen Waffengesetze zu verschärfen. Er scheiterte aber stets am Widerstand im Kongress. (APA, 19.2.2016)

  • Nicht nur Spielzeug, wie auf diesem Bild zu sehen, sondern echte Pistolen und Gewehre stimmten die US-Waffenhersteller auf Sechs- bis Zwölfjährige ab, heißt es in dem Bericht.
    foto: ap photo/thomas hartwell

    Nicht nur Spielzeug, wie auf diesem Bild zu sehen, sondern echte Pistolen und Gewehre stimmten die US-Waffenhersteller auf Sechs- bis Zwölfjährige ab, heißt es in dem Bericht.

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