Regisseur Federik Mirdita gestorben

18. Februar 2016, 20:21
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Opern- und Schauspielregisseur war 1981 bis 1986 Intendant des Salzburger Landestheaters

Wien/Salzburg – Der Regisseur und Theaterleiter Federik Mirdita ist am Donnerstag wenige Wochen nach seinem 85. Geburtstag an den schweren Verletzungen, die er am Vormittag bei einem Verkehrsunfall erlitten hatte, in einem Wiener Spital gestorben. Das teilte seine Ehefrau Brigitte Hofer am Abend mit.

Mirdita wurde am 26. Jänner 1931 in Tirana geboren, wuchs in Graz auf und studierte in Wien Theaterwissenschaft, Psychologie und Kunstgeschichte. Erste praktische Theatererfahrungen sammelte er in den 50er-Jahren in Wiener Kellerbühnen, 1955 wurde er Abendspielleiter und Assistent von Herbert von Karajan an der Wiener Staatsoper. In der Folge arbeitete Mirdita als freier Opern- und Theaterregisseur im gesamten deutschen Sprachraum, war in Braunschweig 1964–1967 Oberspielleiter und anschließend in Linz Operndirektor.

Enteisen eingefrorener Strukturen

Nach einer internationalen Ausweitung seiner Regiekarriere (mit Inszenierungen unter anderem in Amsterdam, Buenos Aires, New York oder San Francisco) trat er 1981 das Amt des Intendanten des Salzburger Landestheaters an, das er bis 1986 bekleidete. Innovative Projekte, die das Theater entstauben und neue Publikumsschichten ansprechen sollten, durchlüfteten die Landesbühne in der Mozartstadt, sorgten aber auch für heftigen Gegenwind. "Für mich war es ein Experiment", resümierte Mirdita einmal seine Erfahrung beim "Enteisen" der starren und eingefrorenen Strukturen, "ich wollte wissen, ob es möglich ist, an einem so kleinen Landestheater Theater zu machen, das nicht provinziell ist. Und ich habe gesehen: Ja, es ist möglich. Der schönste Moment war, auf der Kommandobrücke eines Eisbrechers zu stehen, und zu sehen, wie das Packeis aufgebrochen wird. Der schlimmste Moment war, sich umzudrehen, und zu sehen, wie das Packeis hinter einem wieder zusammengeht."

Danach arbeitete Mirdita als freier Regisseur. So inszenierte er 1996 als erster österreichischer Regisseur am Moskauer Bolschoi-Theater. Drei Viertel seiner über 180 Regiearbeiten galten der Oper, am häufigsten inszenierte der "hochbegabte Dickschädel" ("Der Spiegel") Mozarts "La Clemenza di Tito" (unter anderem in Wien, Salzburg, Paris, Neapel und New York). Zudem war Mirdita auch als Regie-Lehrer am Wiener Max Reinhardt-Seminar tätig. (APA, 18.2.2016)

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