Thiem nimmt gegen Ferrer Top 15 ins Visier

18. Februar 2016, 17:52
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Bisher beste ATP-Platzierung stellt Niederösterreicher als 18. schon ein. Im Rio-Viertelfinale trifft er auf den Spanier David Ferrer

Rio de Janeiro – Dominic Thiem hat seinen Erfolgslauf bei seiner Südamerika-Premiere auf der ATP-Tour fortgesetzt. Der 22-jährige Niederösterreicher erreichte am Mittwoch in Rio de Janeiro erstmals in seiner Karriere das Viertelfinale eines ATP-500-Turniers. Nach dem 7:5, 7:5 über Diego Schwartzman (ARG) egalisiert Thiem am Montag mit Rang 18 zumindest seine bisher beste Weltranglisten-Platzierung.

Am Freitag geht es gegen den als Nummer zwei gesetzten Spanier David Ferrer, der seinen Landsmann Albert Ramos-Vinolas in drei Sätzen 4:6, 6:1, 6:4 besiegen konnte. Im Falle eines Sieges ist Thiem auf jeden Fall bereits Nummer 16 der Welt, sogar das erstmalige Erreichen der Top 15 wäre möglich. Im Vorjahr stand übrigens mit dem derzeit verletzten Andreas Haider-Maurer Österreichs Nummer zwei im Rio-Halbfinale – und verlor da gegen Ferrer.

Sieben Siege in Folge

Nach dem Turniersieg in Buenos Aires und nun zwei Erfolgen in der Olympiastadt Rio hält Thiem schon bei sieben Siegen in Folge. Doch die Anstrengungen der vergangenen zehn Tage wirken sich freilich bei dem Lichtenwörther auch aus. "Schwieriges Match heute, war etwas müde, muss ich zugeben, bin auch recht froh, dass morgen kein Einzel ansteht", berichtete Thiem via Facebook nach dem zweiten Sieg im zweiten Match gegen Schwartzman. "Spielerisch war es ein guter Fight, in den brenzligen Situationen habe ich stets eine starke Antwort gehabt und konnte mir so den Sieg erkämpfen", schilderte Thiem.

Der Schützling von Günter Bresnik spielt am Donnerstag gemeinsam mit dem Serben Dusan Lajovic Doppel und wird dann schon seinen nächsten Gegner kennen. Das Spanier-Duell Ferrer – Ramos-Vinolas ist davor angesetzt. Gegen den 33-jährigen Weltranglisten-Sechsten Ferrer hat Thiem noch nie gespielt und es wäre genau das Duell, das sich Coach Bresnik gewünscht hätte. Thiem soll ja so viel wie möglich gegen Top-Ten-Spieler antreten, um Erfahrung zu sammeln und sich weiter zu verbessern.

Es wäre in diesem Jahr schon das dritte Aufeinandertreffen mit einem Spieler aus jenem Kreis, in dem Thiem früher oder später selbst einmal landen möchte. Im Halbfinale von Brisbane hatte er im Jänner gegen den Weltranglisten-Dritten Roger Federer mit 1:6, 4:6 verloren, in der Vorwoche sensationell die Nummer 5, Rafael Nadal, mit 6:4, 4:6, 7:6 (4) ausgeschaltet. Ob die Kräfte für ein eventuelles Duell mit dem aktuellen Wien-Sieger Ferrer noch reichen? "Bis dahin werde ich hoffentlich wieder fit sein. Auf in das Viertelfinale!", schrieb Thiem. Auch gegen Ramos-Vinolas hat Thiem übrigens noch nie gespielt.

Olympia auf Hartplatz

Mit dem Viertelfinaleinzug bei dem mit 1,47 Millionen Dollar dotierten Sandplatz-Turnier hat sich Thiem 90 ATP-Punkte sowie brutto 35.365 US-Dollar (knapp 32.000 Euro) gesichert, mit einem weiteren Sieg könnte er beides verdoppeln.

Das Sandplatz-Turnier in Rio ist übrigens nicht die "Generalprobe" für die Olympischen Tennis-Bewerbe (6. bis 14. August), denn dann wird auf Hartplatz und auf einer anderen Anlage gespielt. Thiem ist auf einen Einsatz im Zeichen der Fünf Ringe nicht besonders "heiß", weil er den Stellenwert von Tennis bei Olympia nicht hoch einschätzt. Zudem wurden ja die Weltranglisten-Punkte für Olympia wieder gestrichen. "Mal schauen, vielleicht spiele ich, vielleicht nicht, aber ich kann auch ohne Olympia zufrieden heimgehen", hatte Thiem nach seinem Aus bei den Australian Open im Jänner erklärt. Vielleicht ändert er seine Meinung ja schon alleine wegen seiner schon jetzt so guten Südamerika-Erfahrungen. (APA, 18.2.2016)

  • Lässt es krachen: Dominic Thiem.
    foto: reuters/brindicci

    Lässt es krachen: Dominic Thiem.

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