DNA-Restln

Einserkastl18. Februar 2016, 17:37
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Ein bis vier Prozent Neandertaler-DNA trägt die eurasische Bevölkerung noch in sich

"Auf was die Fachleute alles draufkommen, wenn man sie lasst", sagt der leicht fortschrittsskeptische Monarch resignierend in Herzmanovsky-Orlandos Kaiser Joseph und die Bahnwärterstochter.

Passt gut zu der Meldung, internationale Wissenschafter hätten nicht nur herausgefunden, der Homo sapiens sapiens habe sich "früher als gedacht" mit dem Neandertaler (Homo sapiens neanderthalensis) gepaart, sondern auch, dass ein paar Genrestln davon auch beim heutigen Menschen übriggeblieben seien. Mit positiven (bessere Anpassung an kälteres Klima), aber auch bedenklichen Folgen: Womöglich habe die Neandertaler-DNA auch für ein erhöhtes Risiko für diverse Krankheiten gesorgt, für Depressionen ebenso wie für Nikotinsucht.

Die diesbezügliche Beweisführung hat uns leider kognitiv überfordert, möglicherweise auch, weil wir damit beschäftigt waren, innere Bilder von der Kopulation mit einem Homo sapiens neanderthalensis zu verdrängen.

Jedenfalls ist jetzt eine gewisse Versuchung da, persönliche Unzulänglichkeiten auf die ein bis vier Prozent Neandertaler-DNA zu schieben, die zumindest die eurasische Bevölkerung noch in sich trägt. Überdies ist die Versuchung sehr groß, gewisse politische Erscheinungen und Denkweisen sowie ihre Repräsentanten im Internet auf eine kräftige Dosis Neandertaler-Erbgut zurückzuführen. (Hans Rauscher, 18.2.2016)

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